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LITERARISCHER VAMPIRISMUS. KLINGEMANNS NACHTWACHEN. VON BONAVENTURA

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eben­falls »das Ge­sche­hen der ›Nachtwachenals De­mas­kie­rung« bestimmt – »das de­mas­kier­te Ge­sche­hen, die ent­larv­te Ge­stalt trägt den Na­men ›Nichts‹«).113) Zu den Va­ri­a­nten ge­hö­ren au­ßer so ex­pli­zi­ten wie Hanswursts Spiel­lei­den­schaft, dem Men­schen ei­ne Maske nach der an­dern bis auf den Schä­del her­un­ter­zu­zie­hen, auch min­der ag­gres­si­ve oder ver­kapp­te wie die hin­ter dem Vor­hang her­vor­tre­ten­de Ge­stalt, hin­ter de­ren tie­fen Schlei­ern Juan das töd­li­che Rät­sel sei­nes Le­bens ahnt; auch das win­di­ge In­di­vi­du­um der 12. Nachtwache, wie es sich auf den Kopf Les­sings Pe­rü­cke und dar­über Goe­thes Hut ge­setzt hat, selbst das Trau­er­bild von der »tau­sen­dfach ge­schich­te­ten La­va ver­gan­ge­ner Ge­schlech­ter« (16. Nacht­wa­che) wird so, als Ver­dich­tung von Jean Pauls Me­ta­pher ei­ner »aus tau­send­jäh­ri­ger Asche ge­rün­de­ten Ku­gel«,114) dem Sinn­bild der Zwie­bel zu ver­dan­ken sein. Ein Bild, das Klin­ge­mann Tag für Tag, als Kna­be und noch bei der Nie­der­schrift der »Nacht­wa­chen« vor Au­gen hat­te (das viel­fen­stri­ge Haus am Pa­pen­stieg wird er erst nach der Ehe­schlie­ßung mit So­phie Rück­ling Ok­to­ber 1805 ver­las­sen ha­ben; 1807 muß­te er es eben­so wie So­phies Haus in ei­nem Kon­kurs ver­kau­fen).115)

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113  Dorothe Sölle, Untersuchungen zur Struktur der Nachtwachen von Bonaventura (Göt­tin­gen 1959), S. 70f. und 22f.

114  Jean Paul, Siebenkäs (1796f.), zit. nach: Sämtliche Werke, Hist.-krit. Ausg. (Weimar 1927ff.), I. Abt., Bd. 6, S.183

115 Vgl. H. Burath, a.a.O. (Fußnote 84), S. 84f. und 227. Die Braun­schwei­ger Adreß­bü­cher set­zen lei­der erst 1805 ein (Auskunft des Stadt­ar­chivs).

   Postskript 2014) Die seit einigen Jahren angebotene Online-Version dieser Adreß­bü­cher führt Klin­ge­mann für das Jahr 1805 noch nicht auf, erst für 1807 findet sich dort der Ein­trag: »Klin­ge­mann, Ernst Aug. Frie­drich Registrator«. Seit 1810 wird er in den Braun­schwei­gi­schen Anzeigen und seit 1813 in den Adreßbüchern mit dem Titel »Doctor der Phi­lo­so­phie« ge­führt. Vgl. Ulrich Pa­renth, Wie Goethes 'Faust' auf die Bühne kam (Braun­schweig 1986), S. 32

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