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Bildquellen: www.aufbau-verlag.de/index.php/der-kinderleichte-fontane.html          www.welt.de/multimedia/archive/00292/Fontane_DW_Kultur_N_292787a.jpg



BILDER  FONTANES  GEGEN  DEN  TOD


Vom Versteckspielen zum kryptischen Erzählen

Textversion von November 2014

und Postskript von September 2018


Sterbenmüssen hat den Nimbus von Selbstgewissheit schlechthin, gilt seit jeher als so ausgemacht, daß es zum idealen Inhalt des sim­pel­sten der logischen Schlussverfahren genommen werden konnte: Al­le Men­schen sind sterblich – X ist ein Mensch – X al­so ist sterblich. Auf gut deutsch, mit der gan­zen Scha­den­freu­de die­ser konformistischen Logik: Als das Wesentliche und einzig Ver­läss­li­che an der Exi­stenz der Men­schen hat sich ih­re individuelle Nicht­exi­stenz her­ausgestellt – X, und zwar am be­sten ein schon Ver­stor­be­ner wie der ei­gen­sin­ni­ge Den­ker So­kra­tes, ist in diesem egalitären Sinne we­sent­lich ge­wor­den – al­so ist X ali­as So­kra­tes ein to­ter Hund, und zwar inclusive sei­ner Leh­re von der Un­sterb­lich­keit des Men­schen.

   Allerdings hört man zuweilen von der triumphalen Überzeugung eines Kin­des, nicht sterben zu müs­sen. Die­sen lebensfrühen, dem Er­wach­se­nen weithin fremd gewordenen Impuls gälte es zu ver­ste­hen, un­ter wel­cher Le­bens­be­dro­hung er vermutlich ent­stand und wel­che Mög­lich­kei­ten sich in ihm an­mel­de­ten. Und wes­halb im­mer noch, vor al­lem bei den Dichtern und Denkern, die wil­de Freu­de über­lebt hat, je­ner re­li­gi­ö­sen To­des­lo­gik zu widersprechen, die den Menschen dadurch für ein Jen­seits oder ei­ne an­de­re Hin­ter­welt glaub­te emp­fäng­li­cher ma­chen zu kön­nen.


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