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Marrakech "die Rote" ("Al Hamra")

Unten links: Am neuen Flughafengebäude von Marrakech-Menara
Quellen: www.marokko.de/wp-content/uploads/2014/02/marokkoDE-Karte_2014-04-10.jpg   http://static.panoramio.com/photos/large/22818410.jpg   http://static.panoramio.com/photos/original/6514381.jpg


Marrakech Oktober 2015

                                                                                                                                                                                                         Reisebericht von Horst Fleig

(erweiterte Fassung von August 2016)

                                                                                                                                                                                                       

                                                 S. 1: Flughafen Marrakech-Menara; Riad bei der Koutoubia-Moschee

                                                 S. 2: 'La Place' Djemaa el Fna; 'Café de France'

                                                 S. 3: Souks der nördlichen Medina

                                                 S. 4: Südliche Medina: 'Bab Agnaou' und Saadier-Gräber  

                                                 S. 5: El-Badi-Palast und Bahia-Palast; der Großwesir Bou Ahmed

                                                 S. 6: Im ehemaligen Judenviertel Mellah; Alzama-Synagoge und Friedhof Miaara

                                                 S. 8: Museum für marokkanisches Kunsthandwerk; Kinder in der Medina   

                                                 S. 9: Die Medersa Ben Youssef (ehemalige Koranschule )

                                                 S. 10: Fondouks oder Karawanserein
                                                 S. 11: Die Koutoubia-Moschee

                                                 S. 12: Koubba Almoravide (Koubba Ba'adiyn)

                                                 S. 13: Mouassine-Brunnen und das restaurierte Gästehaus 'Douiria Derb el Hammam'

                                                 S. 14: Jardin Majorelle in der Ville Nouvelle

                                                 S. 15: Beobachtungen zum Park- und Umschlagplatz neben unserem Hotel

                                                 S. 16: Nochmals zur Djemaa el Fna; Rückreise


Sa.  03. 10.2015:

Gegen 7 Uhr früh nehmen wir im Stuttgarter Hauptbahnhof den ICE zum Flughafen Frankfurt/Main. Der A320 der Lufthansa hebt mit halbstündiger Verspätung gegen 11h ab und erreicht auf der Rou­te über Paris und Tan­ger nach gut vier Stunden pünktlich Marrakech. Als wir den Küstenstreifen bei Tanger überfliegen, erinnere ich mich an meinen gescheiterten Versuch, während meiner Tram­pfahrt in den Sommerferien 1963 von Marseille aus mit ei­nem Fracht­schiff nach Tunis oder Tanger überzusetzen. Die Fahrtkosten, so hatte ich vergeblich auf ein Gerücht gesetzt, würde ich als Tel­ler­wä­scher oder als anderer Hilfsarbeiter an Bord des Frachters auf­brin­gen kön­nen.

   Bald überfliegen wir hübsch anzusehende kleinere Gebirgsketten sowie Auftürmungen, wie man sie so eigentlich nur von Reliefkarten mit Höhenlinien her kennt. Es dürften Ausläufer des Mitt­le­ren Atlas oder noch des Rif-Gebirges sein, das ich schon wiederholt von Gi­bral­tar aus verlockend jenseits des Mittelmeeres aufragen sah. Viele Pisten und wenige geteerte Fernstraßen sind aus der Hö­he auszumachen, ausgetrocknete Flußläufe (Wa­dis) und immer wieder kleinere aufgegebene Siedlungen, Gehöfte und vereinzelt Fe­stungs­ru­i­nen. Kurz vor Marrakech geraten zu­neh­mend Plan­ta­gen mit zuweilen enorm Anbauflächen in den Blick. Und dann liegt sie unter uns, „die Rote”, wie wegen der ockerrötlichen Lehmfarbe der Häuser und der gut erhaltenen Stadtmauer der Bei­na­me von Mar­ra­kech lautet.

   Vor der Paßkontrolle am Flughafen bilden sich rasch lange Schlangen. Kaum die Hälfte der Abfertigungsschalter ist nämlich besetzt, wobei der Kontrollierende in der Regel von einer zweiten Amts­per­son kontrolliert wird. Nicht weniger um­ständ­li­ch dann das beinahe protokollarische Wechseln von EURO in DIRHAM. Das relativ neue Flughafengebäude selber freilich überrascht durch ei­ne luf­ti­ge Ar­chi­tek­tur, die es vor allem einer filigranen rau­ten­för­mi­gen Dachkonstruktion verdankt.

   Draußen erwarten uns statt der 9° C beim Abflug nunmehr 30° C, worauf man sich in der Anreisebekleidung nie so recht ein­stel­len kann. Es folgt die erwartete kleine Auseinandersetzung mit ei­nem Taxifahrer, der gut das Dreifache des Üblichen für die Fahrt in die Medina verlangt. Sein Taxameter sei defekt, auch will er nicht recht mit sich verhandeln lassen und deutet nur auf ein ent­fern­tes Schild mit einer angeblichen Ta­rif­ta­bel­le hin. Wir nehmen kurzerhand den danebenstehenden Bus, begleitet von seinem lautstarken Protest, der vielleicht auch schon ein Ver­hand­lungs­an­ge­bot ent­hält. In den nächsten Tagen werde ich selber beim Ver­han­deln ge­las­se­ner und in Maßen auch großzügiger.


Das für vier Übernachtungen gebuchte Hotel liegt in der Medina von Marrakech, ein Ausläufer des Souks der Gewürz- und Dattelhändler führt dicht heran. Ursprünglich hatten wir das durch Hitch­cocks Film ,Der Mann, der zu viel wußte' (1956) bekannt gewordene Hotel ,La Mamounia' erwogen, uns dann aber für dieses zu Recht stark empfohlene Hotel ,Les Jardins de la Koutoubia' na­he der gro­ßen Stadt­mo­schee ent­schie­den. Das mit dis­kre­tem Lu­xus aufwartende Gebäude geht auf einen Palast-Riad aus dem 13. Jh. zurück und umfaßt mehrere Patio-Gärten mit intimeren Re­stau­rant­be­rei­chen. Ein neben unserem Hotelflügel gelegener öffentlicher Parkplatz dient des Morgens auch als faszinierender Warenumschlagplatz.


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