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Plan des botanischen Gartens 'Jardin Majorelle'



Jacques Majorelles 'Blaues Haus' in seinem botanischen Garten (06.10.2015)

Quelle für den Plan: http://jardinmajorelle.com/ang/visiting-the-garden/   

 

Am frühen Nachmittag lassen wir uns in einem „Petit Taxi” in die 'Ville Nouvelle' zum 'Jardin Majorelle' mit dem angegliederten kleinen Museum für islamische Kunst bringen. Der französische Maler Jacques Ma­jo­relle, der sich thematisch intensiv mit dem Orient und Maghreb befaßte, hatte sich anfangs der 1930er Jahre in Marrakech eine kubische Villa mit Malstudio erbauen und daneben diesen botanischen Garten an­le­gen las­sen – mit Pflanzen aus fünf Kontinenten, die der Hobbybotaniker auf seinen Weltreisen kennengelernt hatte. Der Jahrzehnte nach seinem Tod verwilderte Garten wurde mitsamt den Gebäuden 1980 von Yves Saint-Lau­rent und sei­nem Freund Pierre Bergé erworben und systematisch erweitert. So ließen sie ihn mit einem Palmenhain (Nr. 10), Bambuswäldchen (Nr. 12) oder einem Kakteenareal (Nr. 2) be­pflan­zen; die vie­len Bou­gain­vil­le­en gehen noch auf die Vorlieben von Majorelle zurück.

   Ruth freut sich über die sorgfältige Pflege des Untergrundes und die Arbeit von Gärtnern, die an einigen Pflanzen niedrige „Bewässerungsgräben” hochharken. Dem vielfältigen Pflanzengrün setzte Majorelle die künstliche Leitfarbe einer Kobaltblau-Variante entgegen, mit der er selber viel experimentiert hatte und die er im Atlasgebirge kennengelernt haben soll. Blau gehalten hat man so den Ein­gangs­be­reich, so­dann das 2011 zum Berbermuseum umgewidmet einstige Atelier des Malers, viele Geländer, Treppenstufen, Pflanzenkübel und sogar Papierkörbe. Auf dieses Blau abgestimmt sind Ak­zen­tu­ie­run­gen in Gelb und Oran­ge und auch die rot ausgelegten Wegstrecken. Ein verwegenes farbliches Design, das einem Maler wie einem Modeschöpfer wohl ansteht.


Nach einer Erfrischung im Gartenhof des Cafés durchlaufen wir noch ein angrenzendes Geschäfts- und Wohnquartier dieser nach 1912 unter französischem Pro­tek­to­rat angelegten Neustadt. Die Suche nach ei­ner der dortigen modernen Einkaufsgalerien geben wir bald auf, da das Viertel mit seinen überbreiten Avenuen uns nahezu verödet vorkommt; außerdem haben wir schon viel Zeit durch die am Morgen nach­ge­hol­ten Be­su­che in der nördlichen Medina verloren. So lassen wir uns denn unweit des Busbahnhofs an einer belebten Kreuzung in einem Straßencafé nieder. Nebenan sind soeben 17- bis 20­jäh­ri­ge meist in wei­ße Schul­kit­tel ge­klei­de­te Élèven eines tech­no­lo­gi­sch ausgerichteten Kol­legs aufs Trottoir getreten und reden noch einige Zeit lang mit einander. Etliche Mädchen und junge Frauen tragen in die­sem als auf­ge­schlos­sen und mo­der­ni­stisch gel­ten­den Stadtviertel gleich­wohl noch Kopf­tü­cher. Zuletzt winke ich ein Taxi herbei, das von der mittleren Fahrspur her zu uns heranfährt. Eine Frau, die eben­falls ein­zu­stei­gen ver­sucht, wird von dem Fahrer mit einigen Worten da­von ab­ge­hal­ten.

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