Home
Impressum
RUTH FLEIGS GALERIE
Schulkinder malen
Bilderbuch Rob. Rabe
Kritzel-Kratzel
HORST FLEIGS TEXTE:
I  Philosophica
II  Reiseberichte
China Okt. 2011
Finnland Sept. 08
Andalusien Sept. 06
Kreta Aug. 05
Sizilien Aug. 03
Griechenland Aug. 01
Ithaka-Peloponnes 97
USA: 1980+1990+2000
Städtetrips:
Marrakech 2015
Davos/Sils 07
Prag Juni 06
Lissabon/Sintra 99
III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA


Hauptportal der 'MEDERSA BEN YOUSSEF' und Patio. Rechts der Betsaal mit Mihrab und Artesonado-Decke sowie ein Nebenportal


Ein Lichthof der Medersa; darunter Studierstuben (mit einigen Utensilien)

Quellen: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f4/Madrasa_ben_Yusuf_patio_02.jpg   https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Marrakech%2C_Medersa_Ben_Youssef_05.jpg   https://de.wikipedia.org/wiki/Medersa_Ben_Youssef  http://cdn3.flight-report.com/media/photos/1467054874KDOU/dsc09729.jpg https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ben_Yusuf_habitaciones_21.jpg   https://de.wikipedia.org/wiki/Medersa_Ben_Youssef

     

Als wir in der nördlichen Medina am 'Musée de Marrakech' vorbeikommen, fällt unser Blick durch das geöffnete Portal auf einen Vorhof mit einladender Caféteria. So tre­ten wir denn ein und lassen uns wie­der ein­mal zum Minztee nie­der. Neben Wechselausstellungen auch zur zeitgenössischen Kunst stellt das Museum eigentlich Ob­jekt­ty­pen aus, die meist auch in anderen Museen von Marrakech zu sehen sind, so Samm­lung­en von Waffen, Keramik, Schmuck, Klei­dungs­stü­cken, Münzen und Kal­li­gra­phi­en. Erbauen ließ den Palais im späten 19. Jh. erneut ein Kriegsminister, der Nachfolger jenes vorhin er­wähn­ten Si Saïd.

   Wir aber gehen nach dieser Teepause sogleich weiter zur nahgelegenen Medersa Ben Youssef, einer ehemaligen Koranschule (s. Stadtplan). Solche meist Ma­dra­sa oder auch Me­drese genannten Schulen wur­den im Mittleren Osten schon im 10. Jh. gegründet. Im 13. Jh. führte man sie auch im Maghreb mit der Absicht ein, die di­ver­gie­ren­den sunnitischen Lehrrichtungen zusammenzuhalten. Die Medersa von Mar­ra­kech, die nach dem Erbauer der benachbarten Ben-Yous­sef-Moschee benannt wurde, ist eine Gründung aus der Mitte des 14. Jh.; in ihrer jetzigen erweiterten Gestalt wurde sie um 1570 von dem Saadiersultan Abdallah al-Ghalib er­rich­tet, der auch das jüdische Viertel Mellah an­le­gen ließ. Während ihrer beinahe 400­jäh­ri­gen Existenz wurde sie zur größten und einflußreichsten Ma­dra­sa im Maghreb. Ihre Schüler – überwiegend Sti­pen­di­a­ten – konnten ne­ben dem Koran auch Medizin, Rhetorik, frem­de Spra­chen, Ma­the­ma­tik oder Astronomie studieren.


Dem Eingangsportal gegenüber befindet sich der Zugang zum Gebetssaal. Hier ist der Vorbildcharakter der zweieinhalb Jahrhunderte zuvor in Andalusien von den Nasriden angelegten Alhambra-Palästen besonders deutlich zu er­ken­nen: Bei der Mihrab-Nische mit dem Hufeisenbogen in Alfiz-Rahmung etwa mag einem der Gebetssaal des Mexuar-Palastes in den Sinn kommen, und die Artesonado-Decke des Saals, sein Stalaktit-Dekor, die Kachelmosaike der Wand­so­ckel und die Stuckornamente erinnern an die nämlichen architektonischen Komponenten des Comares-Palastes. Freilich zeigt die Medersa auch marokkanische Sonderformen wie die abgebildete Girih-Kachelung beim Ne­ben­por­tal, die unterhalb des kal­li­gra­phi­schen Schrift­ban­des auf geometrisch aus­ge­klü­gel­te Weise Muster aus genormten Mosaikbausteinchen vorweist.

   Im Wohnbereich der Studenten und auch Hochschullehrer fallen die eleganten Lichthöfe ins Auge. Die im Obergeschoß ringsum angelegten Studier- und Schlafzellen sind winzig (zwischen 6 und 9 qm klein) und waren oft mit meh­re­ren Schülern belegt. Grup­pen­kur­se hielt man in den Seitengängen oder in der an­gren­zen­den Ben-Youssef-Moschee ab.


- 9 -

 

ZurückWeiter
Top
http://www.fleig-fleig.de/