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Oben: Die Festungsanlage Akrokorinth
Darunter: Blick vom Apollontempel in Alt-Korinth hoch zur Akrokorinth

Die Ruinen liegen auf verschiedenen Niveaus: Auf der obersten Ebene der Apollontempel und die Glaúke-Quelle, auf der mittleren große Partien der Agorá und auf der unteren die Léchaion-Straße mit angrenzenden Bauten.

Quellen: https://photopedia.info/bilder/gross/Akrokorinth_0033.jpg   https://www.ancient.eu/uploads/images/1094.jpg?v=1569517397   www.gottwein.de/imag01/korag01s.jpg 

Dienstag, d. 26.8.1997:

Wir verlassen unser Hotel in Tólo und fahren in nördlicher Richtung auf Korinth zu. Auf halbem Wege, nach ungefähr 30 Minuten, kommen wir wieder an Mykéne vorbei; und biegen bei Dervenákia, wo im Juli 1822 der Klephtenführer alias „Türkenfresser” Nikitas Stamatelopulos im griechischen Unabhängigkeitskrieg die osmanischen Truppen entscheidend dezimieren konnte, in nordöstlicher Richtung auf unser er­stes Etappenziel Alt-Korinth hin ab. Schon eine Viertelstunde vor unserer Ankunft winkt tatsächlich, wie in den Versen des Dichters, von fern Akrokorinth unseren Blicken. Diese größte Burgruine Grie­chen­lands hatte aus gutem Grund den Beinamen „Die Allsehende” („pantóptes”): Von ihrem Ostgipfel aus ließen sich der Isthmus von Korinth sowie die Ägäis und das Ionische Meer überblicken und war so­gar Athen zu sehen. In der Mythenforschung gilt Akrokorinth übrigens als eines der Vorbilder für den Hades-Ort, an dem Sisyphos, der Gründer Ko­rinths, seinen Stein immer wieder aufs Neue hinaufzurollen hat­te. Wir aber, ein­ge­denk der in den Reiseführern erwähnten Strapazen, widerstehen an diesem heißen Tag der Verlockung, die 575 Meter hohe Bergfestung zu ersteigen.


Den Mietwagen haben wir also an der zu Füßen der Hochburg liegenden Grabungsstätte von Alt-Korinth abgestellt. Diese mächtige Handelsstadt mit ihren zwei Häfen war schon im 3. Jh. v. Chr. die größte grie­chi­sche Stadt und zählte beim Besuch des Apostels Paulus Mit­te des 1. Jh. n. Chr. über 80 000 Einwohner. Carl Blegen, der Jahrzehnte später den sogenannten Nestor-Palast in Pylos freilegte, kon­zen­trier­te sich bei seinen 1911 begonnenen Sondierungs- und Grabungsarbeiten in Alt-Korinth auf den Bereich der Agorá.

   Blickbeherrschend im Grabungsgelände ist das Eckstück des um 550 v. Chr. erbauten Apollontempels. Es ist ein dorischer Ringhallentempel mit stämmigen Säulen, noch kein  „korinthischer” mit zierlichem Säu­len­kranz, wie er sich erst gegen 400 v. Chr. entwickelte. Von den insgesamt 38 monolithischen Säulen haben sich nur sieben Außensäulen erhalten, die freilich heute zu den Wahrzeichen von Korinth zäh­len. Baugeschichtlich weist dieser Tempel einige Neuerungen auf, die ihn in Teilen zum Vorbild für den Parthenontempels in Athen machten: Es war der erste Tempel mit einer Kurvatur für das säu­len­tra­gen­de Sty­lobat, auch wurde die Cella schon funktionell in zwei Räume aufgeteilt (in dem kleineren verwahrte man vermutlich hier wie dort den Tempelschatz und Kultgeräte).

   Die Grabungsstätte ist vor allem für eine Stadtanlage aus römischer Zeit instruktiv, denn das altgriechische Korinth wurde als Mitglied des romfeindlichen Achaiischen Bundes 146 v. Chr. durch Lucius Mum­mi­us ('Achaicus') dem Erdboden gleichgemacht; die Männer ließ er töten und die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkaufen. Nach der 44 v. Chr. erfolgten Neugründung der Stadt durch freigelassene Bürger


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