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Route von Zeebrügge bis York
 
 
 

 
Links: Oostende, Denkmal für die ums Leben gekommenen Seeleute. Daneben die Grisailleglas-Fenster der „Fünf Schwestern“ im Münster von York

Bildquellen: Google Maps  https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/8/8f/Ruthwell_Cross_1.jpg  https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/65/Road_to_the_Old_Bridge_of_Doon_-_geograph.org.uk_-_1764461.jpg

ps://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7a/Burns_Cottage%2C_Alloway_428032.jpg

 

Mo. 19.7.93) Von Tübingen aus wollen wir über Aachen zunächst zur Fähre Zeebrügge-Felixstowe . Auf der belgischen Autobahn ist eine verschwenderisch dicht gesetzte Abfolge riesiger Peitschen­lampen zu sehen; ihr Nutzen ist umstritten, außerdem verunglücken an den Lampenpfosten immer wieder Autofahrer tödlich. Zwei Stunden lang halten wir uns in der gegenwärtig wie mumifizierten Alt­stadt von Brügge auf, darunter in den Grachten, wo wir um 1980 mit den Kindern eine Bootstour machten. Wir haben noch genügend Zeit, um über Zeebrügge hinaus nach Oostende zu fahren, dem Endpunkt meiner Pfadfinder-Großfahrt (Fahrradtour) von 1957. Es herrscht ein belebter, etwas schäbiger Seetourismus; zu meiner Freude erkenne ich die Skulptur eines Seemanns wieder, der ge­gen den Wind gelehnt mit verschränkten Armen aufs Meer blickt.

    In Zeebrügge reihen wir uns gegen 21h30 in eine der Autoschlangen vor der um Mitternacht ablegenden Fähre ein. Beladungsfahrzeuge für die Lkws preschen hin und her. Unsere 2-Bett-Kabine ist recht komfortabel, mit Wasserbecken und Kochgeräten für Kaffee und Tee. Wir bleiben noch eine Weile an Deck; Ruth freut sich über die schon verdunkelten Schlummerräume für Gruppen und Grüppchen („doze rooms“). In den Kabinengängen steht man Schlange für die Duschen. Obgleich seit Kinderjahren nicht mehr aus dem Bett gefallen, schlafe ich etwas unruhig im oberen Stockbett und bemerke wiederholt im Halbschlaf, wie ungewöhnlich diszipliniert ich daliege.

 

Die. 20.7.93) Von der Fähre her kommen wir sogleich in den Linksverkehr; bei den Roundabouts für die beiden ersten Ausfahrten sollte man links bleiben und sich sonst in der Mitte oder rechts ein­ordnen; problematischer sind rasche Wendemanöver, falls man sich verfahren hat. Auch hat man sich an die eingeschränkte Sicht vor Überholmanövern zu gewöhnen, doch habe ich ja eine Beifah­rerin zur Rechten. Für sie mache ich mir aber gewissen Sorgen bei einer etwaigen Kollision, könnte freilich selber beim Gegenverkehr mit meiner Linkssteuerung noch eine gute präzise Fußbreit weiter nach links ziehen. Und vor allem: Als Fußgänger zuerst nach rechts sehen; noch Tage nach der Rückkehr aufs Festland bin ich da leicht verunsichert.

Vgl. meine Notizen zur Englandreise 1985: „Eine weitere Tücke lauert beim Überholen auf zweispurigen Straßen: Kommt man au dem Kreisverkehr und biegt ein, ist die Straße häufig wieder­um zweispurig, so dass man sogleich auf der rechten Spur überholt wird. Und biegt man in eine kleine Nebenstraße ein, kann sich die rechte Spur bald als Gegenfahrbahn entpuppen.“

Bis York nutzen wir überwiegend Schnellstraßen. Unser Zimmer ist noch nicht frei, so dass wir sogleich zum gotischen Münster mit den lanzettförmigen und bleigefassten Grisailleglas-Fenstern der „Fünf Schwestern“ gehen; das stark gedämpfte Außenlicht erhöht merklich die Konzentration auf den Innenbereich. In ‚Nicholas Nickleby‘ von Charles Dickens spielen die Schwestern schon diese Dop­pel­rol­le. Danach durchlaufen wir die in den „Rosenkriegen“ unterlegene alte Königsstadt und machen einen Spaziergang auf der schönen alten Stadtmauer. Sie erinnert uns an Nördlingen, jetzt mit zusätzlichen Einblicken in englische Wohnungen und Hinterhöfe. Unter uns spielt eine kleine Kinderclique und erkundigt sich eine Mutter nach einem Ausreißer.

   Im Souterrain des Hotelrestaurants essen wir zu Abend. Im Badezimmer „hot- und „cold“-Hähne aus altem Porzellan. Sind beide müde von den Tabletten, die wir vor der Überfahrt gegen Übelkeit einnahmen; Ruth hat sogar „Zwerge auf den Wimpern“.

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