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Das nördlich vom Löwentor 2003 eröffnete Archäologische Museum von Mykéne; daneben (mit eingestürzter Kuppel) das um 1450-1400 v. Chr.
angelegte „Löwengrab”

Rechts Exponate des Archäologischen Museums:
Oben im Vordergrund Repliken der im Nationalmuseum Athen ausgestellten Funde
aus dem „Gräberrund A” (darunter die sogenannte Maske des Agamemnon)
Unten ein Stierkopf-Rhyton mit goldener Rosette, die bauchige Statue eines
Mannes und eine Gliederpuppe aus Terracotta
 
Quellen für die beiden ersten Fotos: Google Maps („Archeological Museum of Mycenae” und dortiges Bilderangebot)  Quellen für die Exponate (von oben links nach unten rechts):    https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipOQtIxKLBElcuE_bSzd52IrA8sviIRInegtUYcY=w600-h988-p-k-no  http://a52.idata.over-blog.com/333x500/3/18/39/95/19--mars-2011/Mars-2011-01/685g4-Musee-de-Mycenes--poupee-articulee.JPG   


Wir fra­gen uns, war­um My­ké­ne nicht wie etwa die antiken Stätten von Itkaka, Olympia, Pylos, Sparta, Epí­dau­­ros oder Ko­rinth ein ei­ge­nes Museum er­hal­ten hat. Alle von Schlie­mann ge­fun­de­nen Grab­bei­ga­ben wie die goldene To­ten­mas­ke eines my­ke­­ni­­­schen Fürsten aus vor­tro­ja­ni­schen Zei­ten werden wir erst Jah­re später im Mykeni­schen Saal des ar­chä­o­lo­gi­schen Nationalmuseums Athen ausgestellt sehen. Gewiß, My­ké­ne liegt vom Dorf Míkines gut 2 Ki­lo­me­ter ent­fernt, doch könnte man nicht we­nig­stens hier wie im Dorf Chora für die Fun­de im Pa­last des Nestor ein klei­nes Museum mit Repliken erbauen? Übri­gens hat­te schon Schliemann 1876 visionär und zugleich wie selbst­ver­ständ­lich von ei­nem „My­ke­nae-Mu­se­um” gesprochen (vgl. http://­diglit.­ub.­uni-hei­del­berg.de/diglit/schlie­mann­1892/­0059?­sid=­5054­5103­032­e4db7da6a942cc9ed6a63).


Postskriptum 2019: 2003 wurde am Nordhang der Grabungsstätte ein bald vielgelobtes Museum eröffnet, das sich mit seinem Polygonalmauerwerk für die Au­ßen­mau­er und sogar die Dachstruktur seiner Um­ge­bung anschließt. Es verfügt gegenwärtig über 2500 Fundstücke und stellt auch Repliken der dem Ar­chäo­lo­gi­schen Na­tio­nal­mu­se­um Athen vorbehaltenen Originale aus. Wie für den sogenannten Palast des Nestor in Py­los belegen viele Grabungsfunde, dass es nach der grie­chi­schen Er­obe­rung Kre­tas (um 1430 v. Chr.) einen regen Austausch zwischen beiden Kulturen gab und deutet einiges auf die Tä­tig­keit mi­no­i­scher (Kunst-)­Hand­werker auch an den my­ke­ni­schen Höfen hin. So fanden sich für das abgebildete Stierkopf-Rhyton mit den vergoldeten Hörnern oder die Hut­tracht der Glie­der­pup­pe mi­no­i­sche Pen­dants et­wa in den kre­ti­schen Palästen von Knos­sos oder Agía Triáda.

 

Auch wenn Agamemnon, „der König der golddurchstrahlten Mykene” (Ilias VII, 180), bei Homer als Heerführer der Griechen mitunter erstaunlich rücksichtslos und kurz­sich­tig agiert, so war doch das historische Mykene keine den Gegner gnadenlos auslöschende Militärmacht, sondern wusste dessen Vorzüge aufzunehmen. Nur auf diese Wei­se konn­te My­ké­ne zum Hegemon Griechenlands werden und „mykenisch” den Kulturkreis eines halben Jahrtausends bezeichnen.

 

PPS November 2019: Seit unserem Besuch haben sich die Archäologen vor allem der bislang vernachlässigten Vorstadt von Mykéne zugewandt. Seit 2003 ent­deck­te man hier mittels geophysikalischer Verfahren weitere Siedlungsbereiche, die vereinzelt mit Tor und Befestigungswall versehen waren. Bislang am besten do­ku­men­tiert wurde eine Ansiedlung auf halbem Wege zwischen dem „Grab des Agamemnon” und der Akrópolis. Auch publizierte man zum ersten Mal einen ar­chäo­lo­gi­schen At­las, der über 750 Gebäude und andere Objekte für den postpalatialen Zeitraum vom 13. bis zum 6. Jh. v. Chr. verortet.


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