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III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA
 
 


Unsere verschlungenen weiteren Hauptstationen von Gradil aus:
Über Mafra nach Ericeira und zurück; südwärts nach Sintra und Cascais sowie Cabo da Roca; am nächsten Tag von Gradil aus nördwärts nach Coimbra und zurück über Fatima
 
 


Die poetische Orientierungstafel bei CABO DA ROCA
Darunter eine in französischer Sprache kommentierte Zeichnung von „filtil”

 

Quellen: https://maps.google.de/maps?q=Portugal  http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cabo_da_Roca.jpg 

http://1.bp.blogspot.com/-IkdRl8D2DTY/UTjJXA37i4I/AAAAAAAAAng/g_gHt69oh8o/s1600/800px-Capuchos_3%5B1%5D.jpg

Sa. 21.8.99:

Beim Frühstück an einer für zwölf Personen gedeckten Tafel sind wir noch die einzigen, da wir schon relativ früh zu dem eine halbe Au­to­stunde entfernten Sintra (Karte Nr.15) aufbrechen wollen. Dort besorge ich mir zunächst ein Mittel gegen eine Bronchitis, die ich mir vor der Abreise bei einem heftigen überraschenden Regenguss in Tübingen holte und die bei den ständigen und öfter böigen Winden um Lissabons Hügel nicht recht abklingen konnte. Sintras Innenstadt macht hier einen etwas vernachlässigten Eindruck, so dass wir bald wei­ter durch die umliegenden Wälder bis zur Atlantikküste fahren, wo ich nach der Hotelruine in Wim Wenders' Film ,Der Stand der Din­ge’ (1982) Ausschau halte. Zwei-, dreimal scheint sie sich abzuzeichnen, doch beim Näherkommen bestätigt sich dies nicht. So fah­ren wir auf der Küstenstraße eine gute halbe Stunde immer weiter südlich bis Cascais, streckenweise kaum einen Steinwurf neben dem Atlantik. In Cascais wende ich bald; womöglich war ich vorher an der Küste zu früh südlich vor dem Schauplatz des Films abgebogen. Wir wollen es deshalb übermorgen bei unserem ohnehin geplanten zweiten Sintra-Besuch erneut versuchen. – In einem der Küsten­dör­fer inspizieren wir noch eine Hummerfang-Anlage. Es sind dies hier in die Strandfelsen einbetonierte Kästen mit schlitzartigen Zu­gän­gen, die von den Tieren offenbar nur bei Flut durchklettert werden können.

 

Wir fahren also zurück und steuern als Nächstes die 140 Meter hohen Klippen von Cabo da Roca am westlichsten Punkt des europäi­schen Festlandes an. Im Getöse von Brandung und Sturmesbrausen sitzen wir eine Zeitlang bei Meeresblick mit zerzaustem Haar auf ei­ner Randmauer der Steilküste da. Auf den Pfaden entlang des Kaps halten wir uns dann ziemlich brav diesseits der Umzäunungen – an­ders als ein polnisches Ehepaar, das 2014 für ein Selfie im Angesicht seiner beiden Kinder den fatalen Schritt zu weit nach hinten mach­te … Wie die anderen Besucher begeben auch wir uns schließlich zu dem hohen Pfeiler, dessen Steintafel die geographischen Koor­di­na­ten und darüber Verse aus dem 3. Gesang (III 20) von Luís de Camões’ Nationalepos ,Os Lusíadas/,Die Lusiaden’ (1572) auf­weist:

Aqui… /Onde a terra se acaba e o mar começa”

(„Hier .../ Wo die Erde endet/ Und das Meer beginnt)”. 

 

Geographisch wäre dies eine triviale und sogar präkolumbisch klingende Aussage. Auch wenn bei Camões Sintras Höhenzug der letzte wehmütig erinnerte Anblick der unter Vasco da Gama gen Indien Absegelnden ist (V 3), beziehen sich die zitierten Verse doch nicht auf Sintra oder Cabo da Roco, wie viele meinen, vielmehr auf Portugals (Lusitaniens) Lage in Europa. Und damit speziell auf Portugal als Ausgangsland der großen Entdeckungs- und Eroberungsfahrten wie der jetzigen, an der Camões selber als Soldat teilnahm. „Das Meer” ist insofern als eine herausfordernde, metaphysisch unbekannte Größe zu verstehen.

 

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