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III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA



Oben: Das Atlantikhotel in ,Der Stand der Dinge’ (1982); von dem Schauspieler Mark bei Ebbe fotografiert. – Darunter die Straße vor dem Hotel (2017 bei Google Maps)



Oben: SINTRA, Atlantikhotel „Arribas” als Ruine in Wenders' Film; rechts davon ein Brandungsfoto (März 2014)
Darunter und daneben: Reisebilder vom 23.8.1999
Quelle für die Standbilder aus ,Der Stand der Dinge’: Arthouse-DVD (2005) 0:5:11, 07:38 und 08:43   Brandungsfoto: www.youtube.com/watch?v=sLYdwsFEAew

Und dann finden wir doch noch zu jener Hotelanlage, die 1981 als Drehort für Wim Wenders' Film ,Der Stand der Dinge’ eine so bedeutende Rolle spielte. Es ist das 1966 erbaute Atlantikhotel „Arribas”, das nach sei­ner Sanierung 1996 wieder eröffnet wurde. Beim Heranfahren ist es schwerlich wiederzuerkennen, da das Gebäude mitsamt Pool weithin unterhalb des Straßenniveaus wie hinweggeduckt daliegt.

   Auch wenn ich den Hotelnamen „Arribas” und seine Lage am „Praia Grande” vorgestern noch nicht wusste, kann ich nicht einfach daran vorbeigefahren sein. Denn diese abfallende Hotelstraße ist eine Sack­gas­se, und nach dem Wenden auf der Straße hätten wir beide die so eigenwillige Hotelarchitektur zweifellos wiedererkannt. Ich muss vorgestern wirklich etwas zu früh vor der Küste abgebogen sein.

   An der Rezeption des „Arribas” kann sich ein jüngerer Angestellter noch an Wenders' Film und diesen Drehort erinnern. Wir lassen uns auf der Terrasse über dem großen, über 100 Meter langen Salz­wasser-Pool nieder. Es geht hier so quirlig zu, dass man die vorige Hotelruinenexistenz damit kaum mehr in Verbindung bringen kann.


Wie oben zu sehen, können die Brecher an der Schmalseite der ovalen Hotelanlage bis gegen das oberste Stockwerk schlagen. Dass vom sturmgepeitschten Atlantik her ein Baumstumpf in Friedrich Munros Zimmer geschleudert wird, wäre demnach so verwunderlich nicht. Wunderbar freilich ist die Verknüpfung dieses körperähnlich geformten schwarzen Klotzes mit dem anderen Stumpf, den Munro in seinem Lieblingsbuch ‚The Searchers’ von Alan LeMay beschrieben findet. Erschüttert liest er sich und unssogleich diese Stelle halblaut vor: Wie Mart Pauley angesichts eines Wacholderstrauch-Stumpfes, der „beinah die Form eines Menschen oder eines verschrumpelten Leichnams” hätte, von einem „Gefühl von unabwendbarem Verderben” befallen worden wäre. Und Munro, jetzt wie zu sich selber sprechend, schließt mit dem Buchzitat: „Eine böse Weissagung erfüllt sich immer”. Dies waren Drohbotschaften von der anderen Seite des Atlantiks her, die zu Wenders' filmischer Reflexion über die so grundverschiedene Filmproduktion und -ästhetik in Europa und in Hollywood gehören.

   Mit den Schuhen in der Hand spazieren wir zuletzt den gutbesuchten Strand bis zu der Stelle vor der Steilküste ab, wo viele Leute in einem feinen Brandungsschleier stehen und wohl eine Inhalationskur machen. – Gegen Abend fahren wir zurück zu unserer Quinta in Gradil und bereiten uns für den Rückflug nach Stuttgart vor. Wie schon der Hinflug mit „Portugalia Airlines” ist er tadellos.


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