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IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA

HELMUTH PLESSNER

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entfaltet und erlebt wird, vermag sich schon in der Introspektion zu verändern; grundsätzlicher macht sich der „Charakter des Außersichseins” dieses „exzentrischen” Lebewesen hier so geltend, dass es nicht wie das Tier im Vollzug des Erlebens aufgeht, sondern sogar beim Fühlen, Wollen und Denken „außerhalb” seiner selbst steht.48

   „Mitwelt, der dritte Weltbezug, ist dem Tier ebenfalls nicht möglich. Nach Plessner agiert es „konzentrisch”, nimmt seine Artgenossen lediglich unreflektiert als verschmolzen mit seinem Umfeld wahr, ohne sie als ,Mittiere’ oder als distinkte Umgebung zu unterscheiden.49 Dass der Mensch Mitwelt hat, geht dem einzelnen erst im Zusammensein mit anderen voll auf. Gemeint ist nicht allein die soziale Sphäre der Mitmenschen, vielmehr ist Mitwelt die über­grei­fen­de des Geistes, die Sphäre aller „anderen Iche” oder eines „allgemeinen” Ichs, die von dem individuellen getragen wird und die jedes individuelle trägt. Eine Erweiterung zu einer „Wir-Sphäre”, die zugleich eine Beschränkung be­deu­tet, da der einzelne sich als Glied erfasst, das in der Relation des „Miteinanders” existiert.50

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48 a.a.O., S. 293 und 298. Für das ,Ich’ nimmt sich dieser existentielle Widerspruch so aus: „Als Ich, das die volle Rückwendung des lebendigen Systems zu sich ermöglicht, steht der Mensch nicht mehr im Hier-Jetzt, sondern ,hinter’ ihm, hinter sich selbst, ortlos, im Nichts, geht er im Nichts auf, im raumzeithaften Nirgendwo-Nirgendwann.” „Als Ich dagegen, das sich in voller Rückwendung erfaßt, sich fühlt, seiner inne wird, seinem Wollen, Denken, Trei­ben, Empfinden zusieht (und auch seinem Zusehen zusieht), bleibt der Mensch im Hier-Jetzt gebunden, im Zen­trum totaler Konvergenz des Umfeldes und des eigenen Leibes.” (a.a.O., S. 292)

49 a.a.O., S. 307

50 a.a.O., S. 301-308. Und: Die Mitwelt gibt es nur als Einen Menschen”. Exzentrisch „beruht der geistige Charakter der Person in der Wir-Form des eigenen Ichs, in dem durchaus einheitlichen Umgriffensein und Umgreifen der ei­ge­nen Lebensexistenz” (a.a.O., S. 303f.)

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