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Von Wurzen nach Grimma(-Hohnstätt)

Das alte Renaissance-Rathaus von Grimma; außen links das "Seume-Haus"
Rechts: Der klassizistische Freundschaftstempel im Park des Göschenhauses in Grimma-Hohnstädt
Bildquellen: Google Maps   www.kloster-nimbschen.de/images/standardbilder/Grimma_Rathaus_Thomas_Braun.jpg     https://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-p/12/3e/ef/f9/der-freundschaftstempel.jpg


Über Wurzen fahren wir weiter nach Grimma. Das Renaissance-Rathaus liegt in viergeschossiger Abstufung mit elegantem Schweifgiebel breit dahingelagert da, und gleich daneben ist auf dem Rathausplatz die Druckerei des Verlegers J. G. Göschen zu sehen. Göschen gab 1787-90 die erste Gesamtausgabe Goethes heraus, die acht­bändigen Schriften. Das mittlerweile nach Göschens Lektor und Korrektor als „Seume-Haus“ bezeichnete Gebäude ist zur Zeit nicht zu besichtigen; so laufen wir die Hauptstraße des Städtchen hinauf, auf der – wie bei uns bis in die frühen 1960-er Jahre hinein – viele Bürger ihren Sonntagsnachmittagspaziergang absolvieren. Die Aus­lagen der Geschäfte sind recht bescheiden.

   In der Provinz haben sich noch viele Namensgebungen aus sozialistischer Zeit erhalten, hier etwa eine nach Clara Zetkin benannte Berufsschule und die einst allerorts gegenwärtige „Straße des Friedens“.

 

In Grimma-Hohnstädt suchen wir noch Göschens Sommerhaus auf, in dem auch Johann Gottfried Seume wohnte. Von hier aus brach Seume im Dezember 1801 zu sei­nem 6000 km langen Spaziergang nach Syracus‘ auf (sein Reisebericht erschien schon 1803 bei Göschen). Das Museum, das eine Gedenkstätte für Seume und auch dessen Spazierstock enthält, ist wieder einmal geschlossen. Der von Göschen gepriesene Ausblick von der Höhenlage aus verlockt uns beide zu einem Spaziergang, der zu einem Sportplatz am Seumeparkweg führt, wo gerade wild und unter ständigen Zurufen gekickt wird.

 

Für die Rückfahrt nach Leipzig fahren wir auf der so schönen wie gefährlich baumbestandenen Allee S38. Kurz vor Leipzig erscheint zur Linken das kolossale Völker­schlachtdenkmal. Ruth ist anfänglich geneigt, die 500 Stufen bis zur Aussichtsplattform zu ersteigen. Je näher wir dem Monument dann kommen und kraftmeierische De­tails wie die 12 altdeutschen Ritterskulpturen erkennen können, desto unwilliger werden wir und und schrecken unmittelbar zuvor ganz davon zurück, schlagen einen Bo­gen und laufen an der anderen Seite des riesigen Wasserbeckens zurück. Dieses Reflexionsbecken wurde von den Nationalsozialisten als „See der Tränen um die gefalle­nen Soldaten“ bezeichnet, soll aber sicherlich auch auf das damalige Blutbad im Sinne einer „völkischen Reinigung“ anspielen.

    Danach kommen wir an der schönen im Frührenaissancestil erbauten Deutschen Bibliothek und sodann an riesigen Wohnkasernen vorbei; wir halten in der nahgelege­nen stillen Sternwartenstraße, wo seit Kurzem die Leipziger Arbeitsstelle des Goethe-Wörterbuchs untergebracht ist. In der meist fünfgeschossigen Häuserzeile hat man erst wenige Häuser restauriert, darunter unser Tübinger Partnerinstitut. Etliche Gebäude wie das Nachbarhaus stehen leer da, mit zugemauerten Türen und Fenstern in den unteren Stockwerken sowie dunklen Fensterhöhlen in den oberen Etagen.

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