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Oben: Azulejo-Gedenktafel am Rathaus von Castro del Río (1993)

Links: Das Rathaus und der 1592 im Untergeschoß des Vorgängerbaus inhaftierte Cervantes

Quellen: www.google.de/maps/@37.688426,-4.481689,3a,75y,19.94h,89.39t/data=!3m6!1e1!3m4!1sQtHTsUYs4fM50AIbmmtHAw!2e0!7i13312!8i6656!6m1!1e1
             www.­base­line­drift.­com/­kileymeehan/wp-content/uploads/2014/04/Cervantes-In-Prison001-copy.jp  https://sextoprimaria1.files.wordpress.com/2012/02/img_28631.jpg

Mo. 25. 9.06:

Für unser heutiges Etappenziel Granada nehmen wir anstelle der Autobahn die Landstraße über Castro del Río. Statt an Baum­woll­fel­dern wie bei Se­vil­la kommen wir diesmal öfter an Olivenplantagen und schier endlosen Weizenfeldern vorbei. Beim Rathaus des Städtchens Castro del Río ma­chen wir Halt. Hier soll Miguel de Cervantes als Steuereinnehmer eine veritable Don­qui­jo­te­rie be­gan­gen ha­ben, als er Steuern auch für die da­von be­frei­te Geist­lich­keit eintreiben wollte und dafür einige Tage ins Gefängnis ge­steckt wur­de. Der wirkliche Sachverhalt ist leider pro­sa­i­scher, es ging nur um die rasch widerlegte Anschuldigung durch einen Ka­no­ni­kus, Cer­vantes habe widerrechtlich Getreide verkaufen las­sen. Glaub­wür­dig hin­ge­gen ist die Vermutung, daß dem Dichter in die­ser Haft­zel­le – wie oben in dem Gemälde aus dem 19. Jh. an­ge­deu­tet – der Ein­fall zu seinem ‚Don Quij­ote' kam. In der Vor­rede zum 1. Buch (1605) erklärt er ja im selbstironischen Gestus die Un­zu­läng­lich­kei­ten seines Romans damit, daß dieser „Sohn mei­nes Gei­stes ... im Gefängnis erzeugt wurde, wo jede Unbequemlichkeit ihren Sitz hat, je­des tri­ste Gelärm zu Hause ist”. Al­ler­dings kä­me da­für auch Se­vil­la in Frage, wo un­ser Hi­dal­go Jahre später (1597) einige Monate lang we­gen ei­ner un­ver­schul­de­ten Steueraffäre in­haf­tiert wur­de. Das auf der Gedenktafel von Don Quijote an Sancho Pansa gerichtete geflügelte Wort lautet in jener deutschen Übersetzung:

 

Die Freiheit, Sancho, ist eine der köstlichsten Gaben, die der Himmel dem Menschen verliehen; mit ihr können sich nicht die Schätze ver­glei­chen, welche die Erde in sich schließt noch die das Meer bedeckt. Für die Freiheit wie für die Ehre darf und muß man das Leben wa­gen ... ”. Und Don Quijote fährt fort: „Gefangenschaft dagegen ist das größte Unglück, das den Men­schen tref­fen kann.” (58. Kap. des 2. Buchs)

 

Seine im Rathaus vorgezeigte Gefängniszelle (im Video bei 2:18) ist sicherlich nicht ganz ernstzunehmen; denn das Gebäude erhielt sei­ne jet­zi­ge ar­chi­tek­to­ni­sche Gestalt erst im 18. Jh. als Villa der Herzöge von Medinaceli, denen auch die vor Ta­gen von uns be­such­te Casa de Pilatos in Se­vil­la ge­hör­te.

*

 

 Nach einiger Zeit zeigt sich am Horizont die mächtige Sierra Nevada, die von unserer Seite her jedoch nicht schnee­be­deckt ist. Über einige neu­e­re Vor­städ­te mit kon­zen­trisch angeord­neten Schnellstraßen fahren wir in die Stadt ein und kommen wegen einer Umleitung schon an der hoch­ge­le­ge­nen Al­ham­bra vorbei.

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