Home
Impressum
RUTH FLEIGS GALERIE
Schulkinder malen
Bilderbuch Rob. Rabe
Kritzel-Kratzel
HORST FLEIGS TEXTE:
I  Philosophica
II  Reiseberichte
China Okt. 2011
Finnland Sept. 08
Andalusien Sept. 06
Kreta Aug. 05
Sizilien Aug. 03
Griechenland Aug. 01
Ithaka-Peloponnes 97
USA: 1980+1990+2000
Städtetrips:
Marrakech 2015
Davos/Sils 07
Prag Juni 06
Lissabon/Sintra 99
III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA



Ruth Fleig bei der maurischen Wassermühle in CÓRDOBA



Torre de la Calahorra mit dem „Museo Vivo de al-Andalus”

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/37/Torre_de_la_Calahorra_desde_el_aire_%28C%C3%B3rdoba,_Espa%C3%B1a%29.jpg


Von der Judería her gehen wir zurück zum Guadalquivir und betrachten am rechten Ufer die imposanten Reste einer maurischen Wassermühle. Er­baut wur­de sie 1136 zur Bewässerung der Gartenanlagen des Alcázar; klei­ne Schöpf­gefäße an den Seiten des Mühlrades waren für anderweitige Nut­zun­gen des Was­sers vorgesehen. Die jetzige Molino de la Albolafia ist eine Replik; weil nämlich die Geräusche der Mühle die (Nacht-)­Ru­he der Kö­ni­gin Isa­bel la Ca­tó­li­ca stör­ten, ließ sie das Original 1492 kur­zer­hand demontieren, was jenen Gärten na­tür­lich nicht so gut bekam. Im Umkreis der Al­bo­la­fia kann man noch Re­ste an­de­rer Wasser- und Getreidemühlen besichtigen.


Unsere Besichtigung der Stadt beschließen wir mit dem 1987 von dem französischen Phi­lo­so­phen Roger Ga­rau­­dy gegründeten Mu­se­um der drei Kul­tu­ren. Es befindet sich jen­­seits der Rö­mer­brü­cke in dem ehemaligen Festungsturm „Torre de la Calahorra”, den Enrique II. de Tra­stá­ma­ra im spä­ten 14. Jh. auf mau­ri­schen Burg­resten zur Sicherung der Brü­cke er­baut hat­te; wie diese wurde der Turm jüngst re­stau­riert.

   Das Multimedia-Mu­se­um thematisiert die relativ friedliche Koexistenz der drei monotheistischen Religionen im maurischen Andalusien und be­son­ders im Córdoba des 9. bis 13. Jh. In neun Sälen stellt es neben einigen Dokumenten viele Objekte aus diesem Zeitraum aus, darunter Mo­del­le des Al­cá­zar und der ursprünglichen, noch nicht durch die Kathedrale verschandelten Großen Moschee. Im „Saal der Philosophen” kön­nen sich klu­ge Kin­der vielleicht für die Stand­bil­der von Averroës, Maimonides und Alfons X. („dem Weisen”) begeistern, während ein anderer Saal den wis­sen­schaft­li­chen und technischen Er­fin­dun­gen in al-An­dalus ge­wid­met ist und ein weiterer Musikinstrumente jener Epoche ausstellt.

   Roger Garaudy (1913-2012) hat einen bemerkenswerten Werdegang. Lange Zeit Mitglied des Zentralkomitees der KP Frankreichs, die ihn wegen sei­ner Ver­tei­di­gung des „Prager Frühlings” aus der Partei ausschloß, bekannte er sich zeitweilig zum Protestantismus, dann zum Katholizismus und kon­ver­tier­te schließ­lich zum Is­lam. Sein Buch Für einen Dialog der Zivilisationen' (1977) könnte man im Sinne meiner letzten Exkurse zu Averroës, Mai­mo­ni­des und Les­sings Ring­pa­ra­bel auffassen, wäre da nicht dieser antisemitische Zungenschlag bei Ga­rau­dy, der zu­letzt im Ho­lo­caust kaum mehr als ei­nen nütz­li­chen „Grün­dungs­my­thos” des Staates Israel sah und wie David Irving die Existenz von Gaskammern leugnete, wofür er 1998 in Frank­reich ei­ne Ge­fäng­nis­stra­fe auf Bewährung erhielt.

- 44 -


ZurückWeiter
Top
http://www.fleig-fleig.de/