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Wachtturm der Zitadelle (Torre de la Vela) und Waffenplatz

 

Die ALHAMBRA (Blick vom ehemaligen Maurenviertel Albaicín her); außen rechts der Wachtturm
Quellen: www.viajology.com/wp-content/uploads/2013/02/La-Alcazaba-y-torre-de-la-vela.jpg    www.sevillaonline.es/images/granada/Alhambra_granada780x427.jpg
 
Festung, ein seltenes Lehm-Sand-Gemisch aus dem Alhambrahügel. – Die Nasriden haben diese alte, 100 Me­ter hoch liegende und in Dreiecksform zugespitzte Wehr­an­la­ge durch wei­te­re Ro­te Tür­me ver­stärkt, und zwar zuerst durch die mächtige vierstöckige Torre de la Vela”. Auf die­sen Wacht­turm ließen die „Ka­tho­li­schen Könige” nach der Über­ga­be Granadas durch den letz­ten Emir Mu­ham­mad XII. Abu Abdallah (andalusisch „Boabdil”) am 2. Ja­nu­ar 1492 Banner und Kreuz set­zen. Der Glo­cken­turm, der ihm erst im 17. Jh. auf­ge­setzt wur­de, re­gu­lierte den Ta­ges­rhyth­mus der Unterstadt und gab den Bauern die abend­li­che Schleu­sen­zeit zur Be­wäs­se­rung ih­rer Äcker an; bis heu­te wer­den die Glo­cken au­ßer­dem am 2. Ja­nu­ar zum Ge­den­ken an den Tag der Kapitulation geläutet. Wie an­de­re Tür­me der Al­ham­bra dien­te auch der Wacht­turm spä­ter als Wohn­turm.

   Der kleine maurische Verteidigungsturm seitlich vom Wachtturm (Nr. 18) wurde im 16. Jh. für die Artillerie ausgebaut und ist seitdem als Pulverturm” be­kannt. Mar­mor­tä­fel­chen an seiner Außenmauer zitieren die berühmten, den Anblick eines blinden Bettlers kommentierenden Verse des mexikanischen Literaten und Di­plo­ma­ten Fran­cis­co Asís de Icaza:

„Dale limosna, mujer,                         „Gib ihm ein Almosen, Frau,

que no hay en la vida nada,                denn es gibt im Leben

como la pena de ser                              keine schlimmere Strafe,

ciego en Granada”                                als in Granada blind zu sein.”

Zwischen dem Verbund der Roten Türmen liegt der Waffenplatz („Plaza de las Armas”). Hier wohnten auch die Pa­last­wa­chen mit ihren Familien, doch sind von den Soldatenunterkünften und Speichern nur die Grundmauern er­hal­ten geblieben. Kon­ser­viert hat man zudem Relikte einer Badeanlage, die aus der da­ne­benlie­gen­den gro­ßen Zi­ster­ne versorgt wurde sowie Teile eines un­ter­ir­di­schen Gefängnisses, das noch während der napoleonischen Besatzungszeit in Gebrauch war. Es lag gleich hinter dem Zugangsturm der Alcazaba und hatte wie andere Verliese der Alhambra die Form eines Flaschenhalses, der sich nach unten hin konisch er­wei­tert. Die Ge­fan­ge­nen, oft Lösegeldopfer, pflegte man in diesen Ker­ker hin­ab­zu­seil­en; die Wendeltreppe wurde erst im 20. Jh. hinzugefügt.
   Für die Zisterne und die übrige Was­ser­ver­sor­gung der Alhambra erbauten schon die Nasriden in 6 km Ent­fer­nung ein Staubecken des hier hoch genug ge­le­ge­nen Río Darro und führten das Was­ser durch ei­nen Ka­nal heran. Oberhalb der Sommerresidenz Generalife legten sie ein großes Reservoir an und zu seinem Schutz ein kleines Kastell („La Silla del Moro”), dessen restaurierte Ruine man noch besichtigen kann.
   Wie Wash­ing­ton Irving im 3. Kapitel seiner ‚Er­zäh­lun­gen' berichtet, ließen die Franzosen weite Teile der Al­ham­bra wie­der in Stand set­zen, sprengten aber bei ih­rem Ab­zug 1812 alle Munitionslager in die Luft und zerstörten auch einige Türme an der Außenmauer.
 
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