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                                                             Temppeliaukion kirkko (Felsenkirche); rechts im Felsgelände außerhalb


Mittw. 10.9.08:

Vor der Abreise hatte ich beim Kofferpa­cken wiederholt mahnend laut die für Finnland zu erwar­tende Tagestemperatur von 11°C ausgerufen. In Hel­sin­ki und Turku wird sie freilich erst in den Mittagsstunden erreicht, wäh­­rend uns in den Mor­gen­stunden gerade einmal 6 bis 8° erwarten – im Seen­ge­biet bei Puu­ma­la wird dies so­gar die übliche Ta­ges­höchst­tem­peratur sein!

   Beim heutigen Frühstück, für das man sich nach der in Finn­land üblichen Self-Ser­vice-Ma­nier auch das Tisch­ge­deck per­sönlich zusammensucht, fin­den sich zwei kleinere deut­sche Fan-Gruppen ein, die an die­sem Abend das Fuß­ball-WM-Qualifikationsspiel im Olym­pia­sta­di­on be­su­chen wol­len. Dem ei­nen oder an­de­ren Träger des Na­ti­o­nal­tri­kots be­geg­nen wir in den nächsten beiden Ta­gen an den entlegensten Ecken der Stadt.

 

In wetterfester Kleidung und regenbe­schirmt machen wir uns auf den Weg zur Felsenkirche (Temppeliaukion kirk­ko), die in unserem Be­sich­ti­gungs­plan nicht unbedingt vorgesehen war. Man sollte sie aber nicht auslassen, denn im felsigen Skandinavien ist ein solches Vorhaben eine interessante ar­chi­tek­to­ni­sche Her­aus­for­de­rung.

   Als wir Anf­ang der 1980er Jahre in der Innenstadt von Stock­holm auf manch wunderlich sperrigen Fels­klotz oder -hü­gel stießen, kam uns ei­ne Ah­nung von ähn­lich wünschenswerten radikalen Lösungen. In Hel­sin­ki selbst hatte man ein Jahr­hun­dert zuvor für die Trep­pen der Domkirche eine Ter­ras­se aus dem Fels gesprengt. Auch hier, im Innenraum der in den 1960er Jahren erbauten Felsenkirche, sind noch Spreng­lö­cher zu sehen, und an ei­nem re­genn­as­sen Tag wie heute sickert das Wasser hier und da durch die unbehauenen Fels­­blö­­cke. Die im In­nern mit leuch­ten­den Kup­fer­rin­gen kon­zen­trisch aus­ge­klei­de­te Kirchenkuppel wird von Betonstreben gestützt, deren Zwischen­räume verglast sind.

   Kaum ei­ner der vie­len herangeführten Be­su­­cher begibt sich dann draußen auf den kleinen Seitenweg, der auf dem Felsen hoch zur Kuppel führt. Ei­nem UFO gleich oder auch einer Tiefbunkerkuppel prä­sen­tiert sie sich hier; und gibt einem eigentlich erst jetzt ei­ne an­ge­mes­se­ne Vor­stel­lung von dem ra­send-schö­nen Einfall, in einen Granithü­gel Raum für ein Ge­bäu­de zu spren­gen.


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