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W. Irvings Buch und die Gedenktafel in den „Habitaciones de Washington Irving” der Alhambra



Die Alhambra-Festung ALCAZABA; Blick vom Wachtturm auf den Waffenplatz und weitere „Rote Türme”

Quellen: www.takingontheworld.net/world-travel-blog/spain/alhambra-in-granada   http://img.alhambradegranada.org/imagenes/cabeceras/alcazaba.jpg


die Räume, die der amerikanische Schriftsteller Washington Irving von Anfang Mai bis Ende Juli 1829 bewohnen durf­te und in denen er mit den Vorarbeiten zu seinen Er­zäh­lun­gen von der Alhambra' begann. Sein 1832 veröffentlichtes Buch war es eigentlich, das nach Jahr­hun­der­ten wieder auf die Al­ham­bra auf­merk­samer mach­te und ins­be­son­de­re die europäische Ro­man­tik in­spi­rier­te; es gab auch den An­stoß zu ei­ner erneuten gro­ßen Wie­der­in­stand­set­zung der Pa­last­an­la­gen. Außer jener Gedenktafel hat man ihm in dem Wäld­chen hin­ter der Pu­er­ta de las Gra­na­das ei­ne Bron­ze­statue (Nr. 65) mit der Wid­mung „Hi­jo de la Al­ham­bra" („Sohn der Al­ham­bra”) ge­setzt. Sie spielt auf Irvings jungen Führer durch die Alhambra an, der sich im 4. Ka­pi­tel mit die­ser Selbstauskunft als ihr kundiger Bewohner empfahl.

   Viele Gebäude der Alhambra nahm Irving zu Schauplätzen seiner Erzählungen, einige wie die Torre de las Infantas („Turm der Prinzessinnen”) wur­den spä­ter nach der ent­spre­chen­de Kurz­ge­schich­te von Irving benannt. Ich komme gelegentlich darauf zurück.


Die Paläste der Alhambra kann man nicht eigentlich mit den Jahrhunderte früher entstandenen Königspalästen in Sevilla und Córdoba vergleichen. Das Nasriden-Emirat von Granada, als letz­te maurische Bastion in Andalusien Anfang Januar 1492 an die Katholischen Könige” gefallen, wurde erst relativ spät dank der mi­li­tärischen Hilfe Fer­di­nands III. von Kastilien ge­grün­det (1246) und diesem dafür tributpflichtig. Die Emirate von Córdoba und Sevilla hingegen bestanden schon seit der Mit­te des 8. Jh. und wur­den ungefähr zur Grün­dungs­zeit der Al­ham­bra von Fer­di­nand III. eingenommen (1236 bzw. 1248), Se­vil­la gar unter vertragsgemäßer Mithilfe der Nasriden. Waren in Sevilla die heute zu besichtigenden Königspaläste stark von der mau­ri­sch-spanischen Mu­dé­jar-Ar­chi­tek­tur des 13. und 14. Jh. geprägt und ließ in Córdoba der im 14. Jh. neu erbaute Alcázar nur wenig von seinen arabischen Vor­gän­ger­bau­ten ste­hen, so ha­ben sich in Gra­na­da die Palastanlagen relativ gut erhalten. Denn die Alhambra wollte man nicht durch Artillerie verwüsten – die deutschen Artilleristen wurden deshalb ent­las­sen –, son­dern sollte ausgehungert werden; nach mehrmonatiger Belagerung wurde sie denn auch mit einem Kapitulationsvertrag, den die Spanier bald brachen, übergeben. Zu­dem fiel die Al­ham­bra schon im 16. Jh. bis hin zu Washington Irvings Besuch in einen jahrhundertlangen Dornröschenschlaf.


Durch die Puerta del Vino (Nr. 12) gelangen wir zunächst in den Bereich der Alcazaba („Zitadelle”), die als ältester Teil des Alhambra-Areals gilt und Mitte des 13.Jh., lange vor den er­sten Nasridenpalästen, er­baut wurde. Der auffällig rötliche Farbton der Zitadelle, deren Türme denn auch „Torres Bermajas” („Rote Türme”) heißen, könnte sogar hinter dem nicht recht ge­klär­ten arabischen Na­men „Al­ham­bra” stehen, der meist als „Rote Fe­stung” oder auch „Ro­ter Pa­last” gedeutet wird. Rötlich war natürlich auch das Baumaterial für das Mauerwerk der 


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