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Shanghai, Schüler und Mutter bei der Arbeit



Beim Einkauf in der Nähe des Shanghai-Museums erlauben mir Mutter und Sohn, sie beide vor den fast fertigen Hausaufgaben dieses Schulanfängers zu photographieren. Das von der Mutter un­ter­stütz­te Vic­to­ry-Zeichen des Kleinen dürfte an die PISA-Studie von 2009/10 appellieren, eroberte doch nach dem wiederholten PISA-Weltmeister Finnland nun zum erstenmal Shanghai die Spit­ze die­ses in­ter­na­tio­na­len Vergleichstests. Zur Erklärung führen die einen die Ein-Kind-Politik Chinas an, die dem Einzelkind mehr Beachtung schenke, während andere das spezifische bil­dungs­po­li­ti­sche Klima ei­nes Tech­no­lo­gie-Zentrums wie Shanghai hervorheben. Triftig bleiben sicherlich auch die Hinweise auf die uralte chinesische Tradition der (Beamten-)Prüfungen, die im­mer noch in Form ei­nes freud­lo­sen per­ma­nen­ten "Pau­kens" nach­wir­ke und dadurch das kritische, selbständig nach Lösungen suchende Potential der Schüler wie auch Hochbegabungen durch ei­ne "er­zie­he­ri­sche Ver­skla­vung" un­terdrücke (so der in Deutsch­land pro­mo­vier­te und an der Uni­ver­si­tät Shanghai lehrende Pädagogikprofessor Ke Yu). Wie zur Bestätigung ergab eine an­de­re in­ter­na­tio­na­le Stu­die, daß chi­ne­si­sche Schüler hin­sicht­lich ih­rer Vor­stel­lungs­kraft und Kre­a­ti­vi­tät einen der letzten Plätze einnehmen.

   Wie sich die über viele Jahrhunderte hindurch so imponierende Er­fin­dungs­ga­be der Chinesen wie­der stärken ließe? Sicherlich nicht zuletzt dadurch, daß kri­ti­sche Stim­men wie die von Ke Yu noch mehr Gehör finden.

  

Nach dem Einkauf winke ich an einer günstigen Stelle, das heißt dort, wo niemand anders mir noch rasch wie zuvor wiederholt geschehen in die Fahrspur springen kann, ein Taxi herbei, zei­ge nach ei­nem Blick auf die sichtbar angebrachte Li­zenz des Fahrers die Visitenkarte unseres Hotels vor und lasse uns beide dorthin zurückbringen. Für gut eine Viertelstunde Fahrt ha­ben wir nur 23 Yuan zu zah­len, un­ge­fähr 3 €.

   Ein weiteres Mal sehen wir noch auf dem großen Bahnhofsvorplatz gegenüber dem Hotel einigen Grüppchen beim Abendtanz zu. In der Regel sind es elegante gymnastische Varianten der al­ten Kampf­sport­kunst Tai-Chi.

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