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Turkus Marktplatz und dahinter die Orthodoxe Kirche



Per Brahes Standbild im Park vor Turkus Dom. Rechts der Sarkophag der Karin MÃ¥nsdotter

Quellen: www.hartmut-on-the-road.de/wp-content/uploads/2011/05/DSCN0270.jpg   http://farm1.static.flickr.com/65/209229390_eaaf648f1e.jpg   www.panoramio.com/photo/63948153


Am Nachmittag treffen wir in TURKU/ÅBO ein, der ältesten Stadt Finn­lands, die bis 1812 auch Lan­des­haupt­stadt war. Das Auto stel­len wir im Innenhof un­se­res Stadthotels ab und erkun­den die über­sichtliche Alt­stadt. Die griechisch-ortho­doxe Kirche, ein er­neut von Pal­ladio inspi­rierter Bau von Carl-Ludwig En­gel, ist gegenwärtig geschlos­sen. So schlendern wir zur gro­ßen Markthalle hinüber, de­ren Stän­den ne­ben Bären­fleisch und heißer Rosinenwurst auch die bei uns kaum be­kann­ten Mol­te­bee­ren anbieten.

   Es ist nicht weit bis zu der vielempfohlenen Museumsapotheke. Die vorderen bürgerlichen Wohnzimmer die­ses Holz­hau­ses sind überraschend ge­räu­mig; der spä­ter hinzugebaute Trakt mit dem jet­zi­gen Museum aus der Zeit um 1800 dürfte so manchen Apotheker entzücken; wir können nur staunend all die Utensilien des La­bo­ra­to­riums und Sammlungen des Kräuterzimmers in Augenschein nehmen.

   Am Ufer des Au­ra-Flus­ses ent­lang gehen wir auf Finnlands ältesten Dom zu, der sich seit 1300 jen­seits des Flus­ses recht wehrhaft auf ei­nem Hügel erhebt. Der Backsteinbau birgt den Marmorsarkophag der Ka­rin (Ca­tha­ri­na) Måns­dot­ter, die aus ein­fach­sten Ver­hältnis­sen – Tochter eines Gefängniswär­ters – als Kam­­mer­­zo­­fe an den Hof kam und mit 15 die Ge­liebte des schwedischen Kö­nigs wur­de. Als die­­ser bald nach der of­fizi­ellen Vermählung den Thron ver­lor, wurde sie mit ihren bei­den Kin­dern in der Burg von Turku unter Hausarrest ge­stellt und nach wei­te­ren Irr­wegen zu­letzt als ein­zi­ge schwe­di­sche Kö­ni­gin hier in Finnland bei­ge­setzt. Der Heidelberger Astro­nom Max Wolf, der auch in Schwe­den stu­diert hat­te, be­nann­te 1916 den von ihm ent­deck­ten Aste­ro­i­den nach ihr. – In dem kleinen Park vor dem Dom lassen wir uns eine Zeit­lang un­weit des Bron­ze­stand­bil­des von Per Bra­he nieder, dem nicht nur hier in Eh­ren ge­hal­te­nen schwe­di­schen Statt­hal­ter in Finnland, der die Aka­de­mie (Uni­versität) von Turku gründete und ihr langjähri­ger Kanzler war.


Manche Ausschilderungen in Turku sind außer in Finnisch und Schwedisch noch im regionalen Di­a­lekt Turun murre” geschrie­ben, so für die Fähre über den Aurajoki. An­son­sten werden in Finn­land die Orts- und Stra­ßen­na­men auch in schwedischer Spra­che an­ge­ge­ben, was uns Deut­schen und anderen In­do­eu­ro­pä­ern vieles erleichtert. Hinsichtlich „Turun murre” aber ist denn doch das Bon­mot des Me­tallarbeiters Kalle Win­ter im 12. Kapitel von Brechts ,Flüchtlingsgesprächen zur fin­nischen Schweigsamkeit um eine Sprache zu erweitern: „Da es eine ge­misch­te Bevölkerung in zwei Sprachen ist, könnte man al­so sa­gen: Das Volk schweigt in zwei Spra­chen.” – Das Fern­se­hen bringt Berichte und Spiel­fil­me meist nur in fin­ni­scher Sprache; man­cher aus­län­di­sche Film wie vor­ge­stern ei­ner aus der Krimiserie ,Der Alte’ (mit Siegfried Lo­­witz aus den 70er Jah­ren) läuft im Ori­gi­nal­ton mit fin­ni­scher Un­ter­ti­te­lung. In Tur­ku be­kom­men wir auch wieder einmal die ,Deutsche Welle’ zu sehen, die abwech­selnd in deutscher und eng­li­scher Spra­che sen­det.


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