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VI GERMANISTICA



Lissabons Königsburg Castelo de São Jorge; rechts unten das archäologische Areal (mit dem 2013 eröffneten Museum)



Blick vom Burgberg auf die Praça do Comércio am Tejo
Quellen: www.nobelplaza.com/photographs/2013-lisbon-pt/graphics/castelo-sao-jorge.jpg   www.panoramio.com/photo/72647646   http://devitz.blogspot.de/2014/10/castelo-de-sao-jorge.html   http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/f3/ea/18/castelo.jpg   


Auf dem knapp 2 km langen Fußweg vom Panteão Nacional zum Castelo de São Jorge treten wir bald in Lissabons ältesten Stadtteil Alfama ein. Wie andere Passanten sehen wir hier minutenlang dem spannenden Ran­gier­ma­nö­ver zweier Eléc­tri­cos zu, die sich in einer zu engen Kurve begegnet waren. Nach einer Tee- und Sand­wich­pau­se in einem nahen Straßencafé gehen wir zu der Aussichtsterrasse Miradouro de San­ta Lu­zia” hin­über. Und lassen uns unter ihrer schattigen, von Weinlaub und Bougainvilleen überrankten Pergola ausgiebig Zeit, die un­ten­lie­gen­den Szenerien zu mustern, insbesondere die unterhalb des Cas­te­lo de São Jor­ge lie­gen­den halb­kreisförmig gewundenen Gassen der Alfama.


Wir ersteigen nun den Burghügel mit der Festungsanlage Castelo de São Jorge” (6). Auf dem Gelände dieses ältesten Bauwerks der Stadt hat man Relikte der Phö­ni­zi­er, Karthager, Griechen, Römer und West­go­ten aus­ge­gra­ben und die Funde in dem 2013 eröffneten Museum ausgestellt. Spätestens die Römer hatten hier auch eine Festungsanlage errichtet, in ihrer endgültigen Gestalt jedoch wurde sie erst im 11. Jh. von den Mau­ren er­baut, die von 719 bis 1147 meist von Córdoba aus die Herrschaft über Portugal ausübten. Die oben abgebildeten Steinbogen sind Reste des 1255 nach der christlichen Wiedereroberung errichteten und durch das Erd­be­ben von 1755 zerstörten Königspalastes. Danach war die Festung zeitweilig mit einem Gefängnis, einem Theater und einem Kinderheim belegt.

   Nach Erkunden des Burghofs mit seinen vie­len schat­ten­spen­den­den Bäumen laufen wir den Wehrgang ab. Obgleich wir nun schon zum dritten oder vierten Mal von einem Aussichtspunkt her Bezirke diese wun­der­schö­ne Stadt vor Augen haben, können wir uns an dem jetzigen Rund­blick nicht sattsehen. Ein Großteil der umliegenden Gebäude wurde offenbar erst jüngst renoviert.

   Einer der vom Wehrgang zurückgezogen liegenden Mauertürme diente einst als königliches Archiv und Schatzkammer. Es ist der Odysseus-Turm” („Torre de Ulysses”), in dem mittels eines Periskops ein 360°-Pa­no­ra­ma der Stadt live zu sehen ist; zur Zeit unseres Be­suchs jedoch scheint er geschlossen zu sein. Nach römischen Geschichtsquellen hat mein Lieb­lings­held auf sei­nen Irrfahrten Lis­sa­bon ge­gründet. Unter den Rö­mern hieß die Stadt denn auch „Olisipona” oder „Ulyssipo”, un­ter den West­go­ten „Ulishboa” und unter den Mauren „Al-Aschbouna”. Wiederholt feiert auch Fernando Pessoa die mythisch-magische Präsenz des Gründers der siebenhügeligen Stadt, am eindringlichsten in seinem Poem ,Ulysses’: „Der, der hier an Land ging,/ War, weil er nie existierte./… Und erschuf uns” (1934 veröffentlicht in dem Gedichtband ‚Mensagem’/‚Botschaft’).


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