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Blicke über den „Hof des Goldenen Zimmers” auf den Westflügel des Comares-Palastes

Oben in der Mitte: Der Palasthof um 1833; lithographierte Zeichnung von John Frederick Lewis. – Rechts daneben: Zeichnung von Harriet Ford (1832), die 1831 einige Monate lang mit ihrem Mann, dem englischen Hispanisten Richard Ford in dem Hof wohnte.



Links oben: Der untere Saum am Dachgebälk mit dem Anfangsvers eines Gedichts von Ibn Zamrak

Quellen: http://t1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTHD93pG4QnFGpadBKSM0jI9E_TZVSRshsfFRfc-mzjXEyXs-R2z1MYqvs        https://polipapers.upv.es/index.php/EGA/article/download/1406/1496 (für beide Zeichnungen, Abb. 10 und 11)
             http://images.fotocommunity.de/bilder/spain/andalusien/patio-del-cuarto-dorado-35a9aa2b-9ab8-483e-872f-d45741e9cc8a.jpg 

Die ebenfalls von grünen Azulejosockeln umrahmte Gebäudefassade auf der anderen Hofseite gehört zum Westflügel des Comares-Palastkomplexes. In wel­chem Zu­stand sie die Fassade zur Zeit von Wash­ing­ton Irving befand, dokumentiert die 1835 als Li­tho­gra­phie publizierte Zeichnung des Engländers J. F. Lew­is, auf der noch die irgendwann einmal angefügten Bal­kon­woh­nun­gen und andere Einrichtungen der ver­arm­ten Al­hambra-Bewohner zu sehen sind.

   Die fünf oberen Fenster werden von kalligraphische Schriftbändern mit dem mehrmals wiederholten Wahlspruch der Nasriden umlaufen: Es gibt keinen Sie­ger au­ßer Allah”. Der Dy­na­stie­be­grün­der Mu­ham­mad I. soll mit diesem bescheiden wirkenden, wohl aber auch als Recht­fertigung gedachtem Wort die Er­obe­rung des Emi­rats von Sevilla kommentiert haben, an der er als Vasall Ferdinands III. teil­neh­men muß­te. Der Spruch variiert den vorhin von mir zi­tier­ten Ko­ranvers.

   In einen der Balken unter dem Dachvorsprung ließ er ein doppelsinniges Gedicht seines Hofpoeten und Premierministers Ibn Zamrak einschnitzen, dessen An­fang übersetzt lautet (s. S. 51f. dieser Studie):

Mein Platz ist der einer Krone und meine Tür ist die Stirn,

meinetwegen beneidet der Orient den Okzident”.

Plaziert ist also der anthropomorph formulierte Spruch an der Dachkrone, während das Zwillingsportal die Stirnseite des Comares-Palastes darstellt; genau hier be­fand sich der Thronstuhl des Emirs. Den Hin­weis auf Orient und Okzident haben manche Interpreten auch auf die Weggabelung bezogen, die sich hinter die­sem Por­tal ver­birgt.

   Denn dieses Doppelportal sollte etwaige Attentäter und andere Angreifer in Verwirrung stürzen. Der eine Eingang führte nämlich in eine Sackgasse und durch den anderen gelangte man in ei­nen schmalen Zick­zack­kor­ri­dor, der sich erst zuletzt für den Myrtenhof des Palastes hin öffnete. Der sich dann bietende be­rü­cken­de An­blick war womöglich noch verwirrender:


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