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VI GERMANISTICA


Merkurgarten und -teich vor der Groteskengalerie (GalerĂ­a de Grutescos)



Merkurstatue von Diego de Pesquera (1576)
                          Quellen: http://4.bp.blogspot.com/-Rj7v9N7AmM0/T9YbcZSSqAI/AAAAAAAAGpA/MvxD-jU2kqg/s640/Matices+(4).JPG                                   www.juntadeandalucia.es/averroes/iesvicen/depart/lat/roque3.html                                                           

Über eine Treppe im Garten des Tanzes gelangen wir zu dem hö­hergelegenen Merkurgarten (Jardín de Mercurio), dem letzten in die­ser Gar­ten­rei­he direkt bei den Al­cá­zar­pa­lä­sten. Ei­gent­lich ist es eher ein großes Gartenbecken mit der Brunnenstatue eines einst vergoldeten bronzenen Mer­kur im Zentrum. Das ihm zugeleitete Wasser ergießt sich aus cir­ca 15 Me­tern Hö­he vom Dach des Gotischen Palastes hin­un­ter in das Be­cken. Es wurde bis ins späte 16. Jh. über einen römischen Aquädukt von dem gut 40 km ent­fern­ten Hö­hen­zug der Al­co­res bei Car­mo­na her­an­ge­führt und diente zuvor der Bewässerung der hier angelegten arabischen Gemüse- und Obstgärten.

   Mit Merkur alias Hermes wird die schon im Troja-Garten angesprochene und im nachfolgenden „Garten der Damen” näher aus­ge­führ­te Vorgeschichte dieses Kriegs­ge­sche­hens be­rührt, das von den spanischen Herrscher offenbar als Menetekel verstanden wur­de. Der Göt­ter­bo­te war ja Zeuge bei dessen Auslöser, dem Urteil des Pa­ris, und konnte als Gott der Händ­ler und der Diebe zugleich als Tri­umph­fi­gur des weltumspannenden spanischen Handelsimperiums in Szene gesetzt werden. Die Merkurfigur selbst, so heißt es, wur­de nach dem Vor­bild des Her­mes des Praxiteles gearbeitet, doch kam dieser erst im 19. Jh. in Olympia wieder ans Tageslicht, so daß das Vor­bild al­len­falls eine unbekannte schlech­te rö­mi­sche Kopie gewesen sein könnte. Wenig ist von dem aparten Hüft­schwung ge­blie­ben, auch hat die hier eher feiste Figur zwar die klassischen Attribute wie den Ca­du­ce­us in der Linken sowie Flügelhut und -schuhe er­hal­ten, ist aber phy­sio­gno­misch etwas verunglückt (mit einem schiefen Grinsen wie nach einem erfolgreichen und nicht ganz so sauberen Han­del).

   Zur Motivation von Hermes' Präsenz in diesem Palastgarten verweisen spanische Autoren auch auf den Humanisten Alfonso de Val­dés, der als Diplomat öfter Kaiser Karl V. be­glei­tet und dessen Politik in seinem Dialog zwischen dem Seelengeleiter Hermes und dem Ache­ron-Fähr­mann Charon verteidigt hatte (Diálogo de Mercurio y Carón’ 1529).

 

Im Hintergrund der Statue ist das Anfangsstück der 160 Meter langen manieristisch verspielten Groteskengalerie zu sehen, einer zu Beginn des 17.Jh. zur Aus­sichts­ga­le­rie um­ge­bau­ten al­mo­ha­di­schen Wehr­mau­er. Die Fresken in den unteren Bogennischen der Galerie zeigen allegorische Sze­ne­rien um den Gua­dal­qui­vir alias Betis sowie Neptun mit Ge­fol­ge, die klei­nen qua­dra­ti­schen Ni­schen darüber sind mit Putten und Amo­ret­ten ausgeschmückt. Die offene obere Galerie bietet den höchsten Aussichtspunkt der Gartenanlagen und ist sel­ber von ei­nem Mi­ni­a­tur­schloß ge­krönt.

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