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Troja-Garten, Brunnen und Rustika-Galerie

 

Troja-Garten, Blick von der Rustika-Galerie auf die Hochgalerie
Quellen: www.unaventanadesdemadrid.com/objetos/sevilla-real-alcazar-ii/jardin-de-troya.jpg                                                                      www.flickr.com/photos/gonzalez-alba/3469127696/in/set-72157617227446752
 

Der angrenzende Jardín de Troya (Nr. 4) gleicht eher einem Patio oder Durchgangshof als einem Garten. Und doch findet man auch hier Raritäten wie die Adams­rip­pe (eine Phi­lo­den­dron-Art) oder die Passionsblume vor. Der von einer gro­ßen qua­dra­ti­schen Sockelplatte eingefaßte Marmorbrunnen im Zentrum stammt aus dem 10. Jh. und ist der äl­te­ste in die­sen Al­cá­zar­gär­ten; sei­ne gro­ße Scha­le wur­de als Blü­tenkelch gestaltet und jede seine vier zierlichen Abflußröhren als Löwenkopf. Die ringsum wie ein Flecht­werk aus­ge­ar­bei­te­ten, mit klei­nen hell­blau­en Qua­dra­ten wie ge­spren­kel­ten Azuleo-Bodenfliesen ersetzen die ursprüngliche Stein­pfla­ste­rung, die ein La­by­rinth dar­stell­te und dem Gar­ten ei­nen ent­spre­chen­den Bei­namen gab. Die­ses La­by­rinth bezog sich ebenso wie die ‚Tro­ya'-Be­nen­nung auf die Stell­e in Ver­gils ‚Aene­is', wo der aus dem bren­nen­den Troja nach Si­zi­li­en ge­flüch­te­te Aeneas zum To­des­tag sei­nes Va­ters An­chi­ses Leichenspiele ver­an­stal­tet; als letztes führt dort nämlich in dem ‚Troia' genannten verwirrenden Reiterspiel ei­ne Schwa­dron jun­ger Tro­ja­ner ver­schlun­ge­ne An­griffs- und Flucht­for­ma­ti­o­nen vor, die mit dem kretischen Labyrinth des Minotauros verglichen werden:

 

Wie nach der Sage das Labyrinth auf dem ragenden Kreta/ einstmals nur Gänge durch fensterloses Gemäuer und tausend

Strecken voll zweifelerregender Tücke enthielt, wo der Irrweg/ keinerlei Orientierung und keinerlei Rückkehr an festen

Punkten ermöglichte: Ebenso schlangen die jungen Trojaner/ täuschend den Reigen im wechselnden Spiel von Rückzug und Angriff ...

(Aene­is', 5. Gesang 558-563; Übersetzung von Wilhelm Hertzberg)

 

Man hat diese Gleichsetzung des so lange umkämpften Troja mit dem Minotauruslabyrinth als Hinweis auf Spaniens damals weltpolitisch ex­po­nier­te Lage gedeutet. Auf Trojas Mau­ern und Zinnen spielen vermutlich auch die beiden gegenüberliegenden, zu Beginn des 17. Jh. erbauten Ga­le­rien an; die höhergelegene zeigt die dorischen bzw. römisch-tos­ka­nisch mo­di­fi­zier­ten Säulen und Kapitelle, die sich auch bei den Pfeilern der ocker- oder och­sen­blut­far­be­nen, im Ru­sti­ka-Stil geschmückten Galerie abzeichnen. Auf den Tro­ja­ni­schen Krieg und seine Vorgeschichte wird auch für die architektonische Gestaltung dreier weiterer Gärten einzugehen sein.

 

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