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Agrigent, Bruckstück des Tempels des Olympischen Zeus (Grafik von Jean-Pierre Houël, nach 1776);
mit Triglyph, Architrav und dem von Goethe vermessenen kannelierten Säulenfragment



'Südöstliche Ecke des Jupitertempels von Girgenti', Ölgemälde von Leo v. Klenze (1828)
Rechts: Der acht Meter hohe Atlant (Telamon) dieses Tempels im Museum von Agrigent

Quellen: www.google.com/culturalinstitute/beta/exhibit/GwJiTsjfoLq0KA https://imageproxy.viewbook.com/76685/a5006f96af78e62f8cde308c8cbd0051_hd.jpg?fit=max&w=640    http://mysicily.co.uk/wp-content/uploads/2017/01/museo-agrigento.jpg

 

Kaum mehr kenntlich ist das schon um 480 v. Chr. errichtete Olympieion, der einst so ge­waltige Tempel des Olympischen Zeus. Dieser mit einer Grundfläche von 113 x 56 m größte aller dorischen Tempel macht im­mer noch den Ein­druck, wie am 25.4.1787 von Goethe in seiner ,Ita­­li­e­ni­schen Reise’ beschrieben:

                 Dieser liegt weit gestreckt, wie die Knochenmasse eines Riesengerippes inner- und unterhalb mehrerer kleinen Besitzungen, von Zäunen durchschnitten, von höhern und niedern Pflanzen durch-

­                 wach­sen. Al­­les Gebildete ist aus diesen Schutthaufen verschwunden außer einem ungeheueren Triglyph und einem Stück einer demselben proportionierten Halbsäule. Jenen maß ich mit aus­ge­spann-

                 ten Armen und konn­­te ihn nicht erklaftern, von der Kannelierung der Säule hingegen kann dies einen Begriff geben, daß ich, darin stehend, dieselbe als ei­ne klei­ne Ni­sche aus­füll­te, mit beiden Schul-

                 tern anstoßend. Zwei­und­­zwan­zig Männer, im Kreise nebeneinander gestellt, würden ungefähr die Peri­pherie einer solchen Säule bilden. Wir schie­den mit dem un­an­ge­neh­men Ge­füh­le, daß hier für

                 den Zeichner <Goethes Be­glei­ter Ch. H. Kniep> gar nichts zu tun sei.”

                                  

Das abgebildete Ölgemälde, das der Architekt Leo v. Klenze im April 1828 Goethe zum Ge­schenk machte, zeigt noch die aufrecht stehende acht Meter hohe Fi­gur eines Telamons. Heute liegt auf dem Tem­pel­ge­län­de lediglich eine Replik da, deren Origi­nal im Regionalmu­se­um von Agrigent aufgestellt wurde. Dieser Telamon hat wie auch die an­deren 37 Ko­los­se die Ge­sichts­zü­ge der von Theron bei Hi­me­ra so­eben (480 v. Chr.) geschlagenen Kartha­ger, die nach ihrem Sieg ein dreiviertel Jahr­hun­dert spä­ter ver­ständ­li­cher­wei­se als er­stes den Zeustempel zerstörten. Man nahm bislang an, dass er wegen sei­nes nicht nach­weis­ba­ren Daches un­voll­stän­dig war, mittlerweile jedoch vermuten Archäologen, daß er unter freiem Himmel stehen sollte (als Hypäthraltempel). Auch weist der Tempel die von Goethe er­wähn­te Besonderheit von Halbsäulen auf; die Ko­lon­na­de im unteren Bereich erhielt zudem Zwischenwände mit Podesten für die aufgereihten Telamone Die Trümmer des Olympieion wurden im­mer­fort als Baumate­rial ge­nutzt, ins­be­son­de­re Mit­te des 18. Jh. für die nahegelegene Hafenanlage von Porto Empedocle.

 

Nach Be­sich­ti­gung auch des nahegelegenen, durch ein Erdbeben zerstörten Heraklestempels suchen wir nach dem einzigen tatsächlich im Tal unweit des Flusses Akragas liegenden Tempel des As­kle­pi­os. Goe­the fand sei­ne Rui­ne von ei­nem Jo­han­nis­brot­baum be­schat­tet, und ich will nach­schau­en, was daraus geworden ist. Jedoch ist das Zugangstor ver­schlos­sen, wohl deshalb, weil sich dort ei­ne Au­ßenstelle des land­wirt­schaft­li­chen Mi­ni­ste­ri­ums an­ge­sie­delt hat. Die Tempelanlage war mit einem Opferaltar, mit Behandlungsräumen und einem Brunnen für rituelle Rei­ni­gun­gen ausgestattet und zeigte auch Sta­tu­et­ten, die als Stell­ver­tre­ter der zu hei­len­den oder ge­heil­ten Glied­ma­ßen und Organe zu Seiten einer Statue des Halb­got­tes angebracht waren.

 

Die. 19.8.2003:

In der Frühe besuchen wir das etwa einen Kilometer von den Tempelanlagen entfernte und im Zentrum der antiken Stadt gelegene Archäologische Museum. Neben regionalen Fun­den sind hier jene Ko­los­sal­sta­tue des Te­la­mon und auch ein Modell des Tempels mit seinen ins­gesamt 38 das steinerne Gebälk stützenden Telamonen ausgestellt.

    In der an­gren­zen­den Kirche San Nicola möchten wir uns noch die von Goethe so bewunderten Reliefs des Phä­dra-Sar­ko­phags” ansehen, doch ist das Portal gegenwärtig ver­ram­melt. Mit Ketten versperrt ist auch das einige Kilometer weiter östlich gelegene Ein­gangs­tor zum Heiligtum der Demeter (Ceres) und ihrer Tochter Persephone (Proserpina alias ,Kore’). Wird die Anlage gegenwärtig re­stau­riert? Das Fresko mit dem auf Sizilien verorteten Raub der Persephone durch Hades hatten wir 2001 in Vergína neben der Grabstätte Philipps II. von Mazedonien be­sich­tigt und möchten uns jetzt durch die Ket­ten nicht da­von ab­hal­ten lassen. So ver­su­chen wir es denn auf ei­g­ene Faust, kom­men aber in dem bald unwegsamen Gelände nicht weit. Und schwenken zuletzt in den be­nach­bar­ten christlichen Fried­hof ein, auf dem so­eben an ei­ner gro­ßen mar­mor­nen Fa­mi­lien­gruft gearbeitet wird. Auf etlichen Grabsteinen sind übrigens außer hohen Auszeichnungen auch die zuletzt erreichten Berufsgrade wie 1. Bankkassierer zu lesen.


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