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Die Stätten und Bauphasen der über ein Jahrtausend lang (von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr.) abgehaltenen Olympischen Spiele
Quellen: Google Maps (Olympia Peloponnes)   www.antikes-olympia.de/karte-olympia.html


und im Grenzgebiet zwischen Achaia und Elis mit größeren Eichenwäldern bestanden. Als die wenig befahrene Stra­ße sich in immer verwegeneren Ser­pen­ti­nen hin- und herwin­det, er­kun­di­ge ich mich in ei­nem Dörfchen bei ei­ner Frau nach dem Weg. Im Hand­um­dre­hen sind fünf, sechs Personen jeden Alters hin­zu­ge­kom­men und deu­ten er­freut auf die­sen oder je­nen Ort, den sie auf der griechisch be­schrif­te­ten Kar­te wie­der­er­ken­nen. Es gelingt mir nicht recht zu klä­ren, wo ge­nau wir uns al­le selber be­fin­den, offenbar ist die Siedlung nicht auf unserer Peloponnes-Karte verzeichnet. Wenige Ki­lo­me­ter wei­ter ver­si­chert mir dann ein Au­to­fah­rer, dass wir auf dem richtigen Weg nach Olym­pia sind. Einer anderen Gründungssage zufolge war es der mythische König Pe­lops, der Na­mens­ge­ber der ge­sam­ten Halb­insel, zu dessen Leichenfeier die Olympischen Spiele eröffnet wur­den. Sein Grab­mal, das Pelopion (Nr. 5) im Zentrum der Stätte, erinnert daran und wurde bald zu ei­ner Stät­te für Tieropfer.


In der modernen Ortschaft Olympia fallen sogleich die reißerisch aufgemachten Angebote für deutsche Touristen ins Auge. Auch reiht sich an der Hauptstraße des schachbrettartig angelegten Dorfkerns ein Souvenir- und Schmuck­läd­chen an das andere, bis sich die Straße übergangslos in einer Abfolge von bäu­er­li­chen Anwesen verliert. Ich steuere zu­nächst das von uns für eine Übernachtung gebuchte und auf ei­nem Hügel schön gelegene Ho­tel ,An­to­ni­os’ an; und fah­re bald mit Ruth wei­ter zu dem Parkplatz beim Gra­bungs­ge­län­de.

   Der Fußweg führt über ein Brückchen des Kladeos, der weiter südlich des Olympiaheiligtums in den Alpheios mündet. Herakles nutzte beide Flüsse für das Ausmisten des Augiasstalles, indem er eine Seite dieses riesigen Rin­der­stalls aufbrach und sie mit dem umgeleiteten Flusswasser reinigte. Die Flüsse haben nach dieser mythischen Zeit die olympischen Stätten so häufig überschwemmt, dass sie das Hei­lig­tum zuallerletzt, zu Beginn der deut­schen Aus­grabungen 1875, mit ei­ner vier bis fünf Me­ter di­cken Schlamm­schicht über­zo­gen hatten. Der dem Heiligtum näher liegende Kla­de­os wurde schon um 700 v. Chr. umgeleitet und mit einer Schutzmauer umgeben ein Ein­griff, für den man dem gleichnamigen Flussgott einen kleinen Sühnealtar errichtete. Gleichwohl wurde Jahr­hun­der­te später die Westseite des über 200 m langen Gymnasion vom Kladeos weggespült. Wir kommen jetzt an den vielen Säulenstümpfen der erhaltenen Ostseite vorbei; in der Hofmitte des Gymnasion lagen die Trainingsstätten für die Läufer und die Speer- und Diskuswerfer. In der südlich angrenzenden Palaestra bereiteten sich die Schwer­ath­le­ten, Faustkämpfer und Ringer, für ihre Wettkämpfe vor.

   Beide Flussgötter wurden als liegende Eckstatuen in den abgebildeten Ostgiebel des Zeustempels aufgenommen; Zeus figuriert hier als Schieds­rich­ter für das an­stehende Wagenrennen zwischen Pelops und König Oinomaos.

   Den Alpheios werden wir auf unserer Weiterreise durch die Peloponnes noch einige Male überqueren; und bekommen Jahre später jenseits des Ionischen Meeres, auf der Ortygia-Halbinsel in Sy­ra­kus, die Quelle zu Gesicht, in der sich der Flussgott mit der von ihm ver­folg­ten Nymphe Arethusa vereinte.

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