Home
Impressum
RUTH FLEIGS GALERIE
Schulkinder malen
Bilderbuch Rob. Rabe
Kritzel-Kratzel
HORST FLEIGS TEXTE:
I  Philosophica
II  Reiseberichte
China Okt. 2011
Finnland Sept. 08
Andalusien Sept. 06
Kreta Aug. 05
Sizilien Aug. 03
Griechenland Aug. 01
Ithaka-Peloponnes 97
USA: 1980+1990+2000
Städtetrips:
Marrakech 2015
Davos/Sils 07
Prag Juni 06
Lissabon/Sintra 99
III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA



Oben: Das Atlantikhotel in ,Der Stand der Dinge’ (1982); von Mark bei Ebbe fotografiert
Darunter: Die Straße vor dem Hotel (2017 bei Google Maps)



Oben: SINTRA, Atlantikhotel „Arribas” als Ruine in Wenders' Film; rechts davon ein Brandungsfoto (März 2014)
Darunter: Reisebilder vom 23.8.1999
Quelle für die Standbilder aus ,Der Stand der Dinge’: Arthouse-DVD (2005) 0:5:11, 07:38 und 08:43   Brandungsfoto: www.youtube.com/watch?v=sLYdwsFEAew

Und dann finden wir doch noch zu jener Hotelanlage, die 1981 als Drehort für Wim Wenders' Film ,Der Stand der Dinge’ eine so bedeutende Rolle spielte. Es ist das 1966 erbaute Atlantikhotel „Arribas”, das nach seiner Sanierung 1996 wieder eröffnet wurde. Beim Heranfahren ist es schwerlich wiederzuerkennen, da das Gebäude mitsamt Pool weithin unterhalb des Straßenniveaus wie hinweggeduckt da­liegt.

   Auch wenn ich den Hotelnamen „Arribas” und seine Lage am „Praia Grande” vorgestern noch nicht wußte, kann ich nicht einfach daran vorbeigefahren sein. Denn diese abfallende Hotelstraße ist eine Sack­gas­se, und nach dem Wenden auf der Straße hätten wir beide die so eigenwillige Hotelarchitektur zweifellos wiedererkannt. Ich muß vorgestern wirklich etwas zu früh vor der Küste abgebogen sein.

   An der Re­zep­tion des „Arribas” kann sich ein jüngerer Angestellter noch an Wim Wen­ders' Film und diesen Drehort er­in­nern. Wir lassen uns auf der Ter­ras­se über dem gro­ßen, über 100 Meter langen Salz­was­ser-Pool nie­der. Es geht hier so quirlig zu, daß man die vo­ri­ge Ho­tel­ru­i­nen­exi­stenz damit kaum mehr in Verbindung bringen kann.


Wie oben zu sehen, können die Brecher an der Schmalseite der ovalen Hotelanlage bis gegen das oberste Stockwerk schlagen. Daß vom sturmgepeitschten Atlantik her ein Baumstumpf in Friedrich Mun­ros Zim­mer geschleudert wird, wäre demnach so verwunderlich nicht. Wunderbar freilich ist die Verknüpfung dieses körperähnlich geformten schwarzen Klotzes mit dem anderen Stumpf, den Munro in sei­nem Lieb­lings­buch ‚The Search­ers’ von Alan LeMay beschrieben findet. Erschüttert liest er sich und unssogleich diese Stelle halblaut vor: Wie Mart Pauley angesichts eines Wacholderstrauch-Stump­fes, der „beinah die Form ei­nes Men­schen oder ei­nes ver­schrumpf­ten Leich­nams” hätte, von einem „Gefühl von un­ab­wend­ba­rem Ver­der­ben” befallen worden wäre. Und Munro, jetzt wie zu sich sel­ber sprechend, schließt mit dem Buch­zi­tat: „Ei­ne bö­se Weis­sa­gung er­füllt sich im­mer”. Dies waren Drohbotschaften von der anderen Seite des Atlantiks her, die zu Wenders' filmischer Reflexion über die so grund­ver­schie­de­ne Film­pro­duk­ti­on und -ästhetik in Europa und in Hollywood gehören.

   Mit den Schuhen in der Hand spazieren wir zuletzt den gutbesuch­ten Strand bis zu der Stel­le vor der Steilküste ab, wo viele Leu­te in ei­nem fei­nen Brandungsschleier stehen und wohl eine In­ha­la­ti­ons­kur ma­chen. – Gegen Abend fahren wir zurück zu unserer Quinta in Gradil und bereiten uns für den Rückflug nach Stuttgart vor. Wie schon der Hinflug mit „Portugalia Airlines” ist er tadellos.


- 25 -
Zurück
Top
http://www.fleig-fleig.de/