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Die Quinta de Sant’Ana in GRADIL; im Hintergrund links Wellingtons „eagle’s nest” in der Serra do Secorro



Die Anlagen von MAFRA (Lithographie 1853) Daneben: Comic von Louro und Simões (1989)

Quellen: http://karenwarren.blogspot.de/2012/03/gradil-portugal.html   http://pt.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A1cio_Nacional_de_Mafra   http://l.rapimg.com/upload_tmp/56/654/img_227165456_1476294481_abig.jpg

Fr. 20.8.99:

Nach vier Tagen verlassen wir die Stadt der sieben Hügel, die für uns zu den schönsten Metropolen weltweit gehört. Und fahren in einem Mietwagen gut 50 km nord­wärts zu dem Dorf Gradil, wo wir in ei­nem ehe­ma­li­gen Herrenhaus vier Übernachtungen für diverse Exkursionen ge­bucht ha­ben. Diese Mitte des 18. Jh. erbaute Quin­ta de Sant’Ana” hatte ein gutes Jahrhundert später König Luis I aus dem Hau­se Sach­sen-Co­burg und Gotha seiner Geliebten, einer Schauspielerin, zum Geschenk gemacht und mit einem eigenen Theatersaal ausstatten lassen. Geführt wird das Landgut von der Toch­ter ei­nes bei Mün­ster an­säs­si­gen Frei­herrn von Fürstenberg, der nach der „Nel­ken­re­vo­lu­ti­on” von 1974 das Landgut fluchtartig verlassen hatte. Die damalige Agrarreform nämlich enteignete alle Großgrundbesitzer zu­gun­sten von land­wirt­schaft­li­chen Kooperativen. Nachdem die Reform Schritt für Schritt rückgängig gemacht wurde, kehrten Angehörige der Familie auf die Quinta zurück, erschlossen sie touristisch und bau­ten sie zu ei­nem Wein­gut aus. Haus und unser Zimmer haben noch einen gewissen familiären Charme, so wechseln alte Stiche mit neu­e­ren Por­träts von Kindern der Familie ab und können Familie und Gä­ste das Essen ge­mein­sam ein­neh­men.

   Unser Zim­mer führt auf die Serra do So­cor­ro hin­aus, die bei der portugiesisch-britischen Verteidigung Lissabons gegen napoleonische Truppen eine prominente Rolle spielte: Arthur Wellesley, der spä­te­re Duke of Wellington, ließ auf dieser Höhe, die einen Rundblick über seine drei Verteidigungslinien erlaubte, eine Signalstation errichten und ritt täglich von seinem Hauptquartier zu diesem „eagle’s nest” hin­auf.


Nach einer Ruhepause fahren wir auf einer kurvenreichen, von Hainen und Weinbergen gesäumten Straße zu dem Klosterpalast von Mafra und nehmen an der letz­ten Füh­rung des Ta­ges teil. Al­les hier ist über­di­men­si­o­niert, die Kor­ri­do­re kom­men einem fuß­ball­feld­lang vor und die Sä­le bahn­hofs­hal­len­hoch; jemand soll an die 1200 Räume gezählt haben. Er­baut wur­den diese von dem schwäbischen Ar­chi­tek­ten J. F. Lud­wig kon­zi­pier­ten barocken Kloster- und Palastanlagen 1717-30 als Er­fü­llung ei­nes Thron­fol­ge-Ge­lübdes von König João V. Dies ko­ste­te das Le­ben von über 1400 der zeitweilig 50.000 Bau­ar­bei­ter und ver­schlang ein Vier­tel des Goldes aus Bra­si­li­en. Die Arbeiter wurden von über 7000 Soldaten be­wacht; seit dem 19. Jh. werden die Gebäudekomplexe nur noch von Mil­i­tärs bewohnt, ge­gen­wär­tig ist es das Haupt­quar­tier einer Armeeschule. – Ei­nem Ge­rücht zu­fol­ge sol­len Heerscharen von Rat­ten die Sou­ter­rains be­woh­nen und hunderte von Kat­zen von dort­her nicht zu­rück­ge­kehrt sein. Beglaubigt hingegen ist die


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