Home
Impressum
RUTH FLEIGS GALERIE
Schulkinder malen
Bilderbuch Rob. Rabe
Kritzel-Kratzel
HORST FLEIGS TEXTE:
I  Philosophica
II  Reiseberichte
China Okt. 2011
Finnland Sept. 08
Andalusien Sept. 06
Kreta Aug. 05
Sizilien Aug. 03
Griechenland Aug. 01
Ithaka-Peloponnes 97
USA: 1980+1990+2000
Städtetrips:
Marrakech 2015
Davos/Sils 07
Prag Juni 06
Lissabon/Sintra 99
III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA



Máleme, spätminoisches Tholosgrab; oben der Zugangskorridor und unten die Grabkammer



Auf dem 1974 angelegten deutschen Soldatenfriedhof Máleme

Quellen: www.cretanbeaches.com/en/history-of-crete/archaeological-sites-in-crete/minoan-times-palaces-and-sites/maleme-domed-tomb   www.chaniamuseum.culture.gr/files/items/6/6144/afe-2b.jpg  http://1.bp.blogspot.com/-­fnum­vbmf­45o/­U51­QXdcf_zI/AAAAAAAAA0s/XM6sT1g9Yk0/s1600/IMG_5207.JPG    http://ww2gravestone.com/people/blucher-hans-joachim-graf-von/   www.historic.de/Home/Kreta2007/Maleme/SFMaleme.htm


So. 21.08.05:

Am Morgen besuchen wir den 20 Kilometer westlich von Hánia angelegten deutschen Soldatenfriedhof von Máleme. Kaum 200 Meter vor dem Friedhof führt ein Seitenpfad zu einem aus­ge­schil­der­ten kleinen spätmi­no­ischen Tholosgrab, das wir sogleich besichtigen. Ein ähnliches, freilich monumentales Kuppelgrab mit langem Zugangskorridor (Dromos) hatten wir 1997 in My­ke­ne betreten, das sogenannte Schatzhaus des Atreus oder auch Grab des Agamemnon. Das Grabmal in Mykene wurde in Rundform angelegt und dieses hier in der selteneren Recht­eck­form, auch liegt die Grabkammer hier nicht seitlich vom Kuppelgewölbe, sondern im Zentrum. Beide Grabstätten sind über dem Türsturz mit einem Entlastungsdreieck versehen, das für die Ar­chi­tek­tur des mykenischen Kulturkreises typisch ist. – Beim Verlassen des Grabes kreuze ich noch knapp auf hermetische Weise die Füße.


Kaum zwei Kilometer von der Küste entfernt liegt an einer Nebenstraße der Sammelfriedhof für nahezu 5000 deutschen Soldaten, die im Mai 1941 bei der Luft­lan­de­ope­ra­tion „Mer­kur” und in der nachfolgenden Besatzungszeit der Insel fielen. Der von dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf der besonders erbittert umkämpften „Höhe 107” angelegte Friedhof liegt heute wie versteckt in ei­nem Oli­ven­hain und ist deutlich schlichter als der von den Kre­tern angelegte Com­mon­wealth-Sol­da­ten­fried­hof in Soú­da. Statt der vertikalen Mar­mor­blö­cke sind es hier flache Granitplatten, auf denen die Namen, Lebensdaten und Dienstgrade von jeweils zwei Ge­fal­le­nen ver­zeich­net sind. Ei­ni­ge aufgerichtete niedere Steinkreuze glie­dern die An­la­ge.

   Ein kleines Museum informiert über diese erste große und überaus verlustreiche Luftlandeoperation der Militärgeschichte. So wird auf einer Tafel das Schicksal drei­er deutscher Brü­der do­ku­men­tiert, der Grafen Wolf­gang, Leb­recht und Hans-Joachim Blücher, Nachkommen des „Marschall Vorwärts”, die hier am 21. Mai 1941 als Fallschirmjäger fielen. Der 24-jäh­ri­ge Wolf­gang und der 17-jährige Hans-Joachim erhielten eine gemeinsame Grabstätte, während der 21-jährige Lebrecht von Bülow mit seiner Gruppe in­mit­ten ei­ner britischen Pan­zer­ab­teilung ge­lan­det war und nur ein anonymes Grab erhalten konnte. – Bruno Bräuer, General der Fallschirmjäger und Kommandant der „Festung Kreta”, wurde nach Kriegsende von den Briten an Grie­chen­land aus­geliefert und nach einem Kriegs­ver­bre­cher­pro­zeß in Athen erschossen. Im Mai 1944 hatte er das jüdische Viertel von Hánia umstellen und jeden, der flüchtete oder sich ver­steck­te, auf der Stelle erschießen lassen. Die über 250 deportierten jüdischen Einwohner Kretas sollten nach Auschwitz gebracht werden; den Tod fanden sie schon im Juni auf der Über­fahrt zum grie­chi­schen Festland, als ihr Fracht­schiff „Ta­nais” von einem britischen U-Boot versenkt wur­de.


- 9 -
ZurückWeiter
Top
http://www.fleig-fleig.de/