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Anton Köberling (1922-2017); Fotos von 1951 und 2009

 

Wappen der Bergarbeiterstadt Krickerhau (alias Handlová)

Quelle für das rechte Photo:
www.derwesten.de/staedte/duisburg/nord/klassentreffen-nach-55-jahren-id318034.                                       Wappen: www.voerde.de/krickerhau

Unser Lehrer


Unser Lehrer heißt Herr Köberling. Er ist jung und ist ernst. Ich fühle mich bei ihm wohl. Er trägt ein helles Sak­ko und hat ge­wellt­es dunk­les Haar.

So ist er auch auf Schulphotos zu sehen, die ich 1996 zum er­sten­mal be­trach­ten konn­te. „An Dich kann ich mich gut er­in­nern”, schrieb er freund­li­cher­wei­se vor meinem Besuch, „ich weiß, daß Du ein netter und streb­sa­mer Jun­ge warst”. Nun ja, für das Le­sen und Schreiben je­den­falls erhielt ich von ihm jeweils „sehr gut”.

 

   Herr Köberling erinnerte mich wieder an seine Methode, uns die Buch­sta­ben pla­stisch na­hezubringen: Die Aus­spra­che be­glei­te­te er mit ent­spre­chen­den sym­bolischen Ge­bär­­den, legte so bei „i” den Zeigefinger senk­recht auf die Stirn, bei „m” die drei Mit­tel­fin­ger auf den Mund, bei „r” die Hand auf den Kehlkopf und beschrieb bei „o” mit Dau­men und Zei­ge­fin­ger ei­nen Kreis.

 

   Als er es mir erzählte, erkannte ich sein Verfahren nicht be­stimmt wie­der, doch dämmerte es mir allmählich. So scheint er bei „n” nur zwei Fin­ger auf den Mund oder viel­mehr unter die Nase gelegt zu haben. – Wie spe­zi­ell mit die­sen Fin­ger­le­se­zei­chen, so er­lern­ten wir das Le­sen ge­ne­rell nach der synthetischen Methode, Buchstabe für Buch­sta­be; doch war die Her­aus­ge­be­rin der wei­ter un­ten genannten Le­se­fi­bel da­bei um ei­nen Ausgleich mit der „ganz­heit­li­chen” Me­tho­de bemüht.

 

In unserer „Schulchronik” ist noch zu lesen:

Herr Anton Köberling wurde ... 1922 in Krickerhau (Slo­wa­kei) ge­bo­ren und be­suchte in Preßburg die staat­li­che deut­sche Leh­rer­aka­de­mie, an der er am 6.4.1945 das Ab­gangs­zeug­nis des 5. Jahr­gangs er­hielt, da ein re­gu­lä­rer Ab­schluß in­fol­ge der Kriegs­er­eig­nis­se nicht mehr möglich war.”

 

In Walsum kam er nicht sofort in den Schuldienst, son­dern hatte zuvor ein halbes Jahr als Schlepper unter Ta­ge und in an­de­ren Hilfs­ar­bei­ter­funk­tio­nen zu arbeiten. Sein Leh­rer­ge­halt belief sich dann nur auf un­ge­fähr ein Drit­tel sei­nes vo­ri­gen Lohns!

 

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