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Koutsounári, kretische Cottages mit Blick auf das Libysche Meer




Rechts oben: Ágios Ioánnis und das Tríptis-Gebirge

Darunter: Bewässerungsschläuche und Wasserzähler für parzellierte Olivenplantagen (bei Ágios Nikólaos)

Quellen: http://hotels.com/hotels/6000000/5030000/5026400/5026313/5026313_65_z.jpg   https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Water_supply_in_Agios_Nikolaos   http://martydegraaf.wordpress.com/2012/08/        


Über das strahlend weiß daliegende Städtchen Ierápetra erreichen wir nach einer weiteren Fahrstunde das von uns für vier Übernachtungen gebuchte Cottage in Koutsounári. Wir wuß­ten zwar, daß die­se Steinhäuser dieser Anlage individuell im „kretischen Landhausstil” eingerichtet wurden, nicht aber, daß man deshalb auch auf eine Klimaanlage verzichten müßte. Immerhin kön­nen wir in der Woh­nung bald ei­nen recht tüchtigen Ventilator aufstöbern, sonst hätten wir uns kurzfristig nach ei­ner an­deren Unterkunft für die kommenden Über­nach­tun­gen um­ge­se­hen. Was wie­der­um scha­de ge­we­sen wä­re, denn die Lage der Cottage-Anlage ist be­zau­bernd, erhebt sich doch un­mit­tel­bar hinter uns das Tríp­tis-Ge­birge und zeichnet sich drunten hin­ter der Ort­schaft das Li­by­sche Meer ab.

   Am Abend fahre ich noch in das örtliche In­ter­net-Ca­fé und überfliege meine E-Mail-Nachrichten. Das Café gehört einer Deutschen, die noch ei­nen Bü­ro­job habe und schon seit vier Jahren hier le­be; am über­näch­sten Tag freilich, als ich nach meiner liegengelassenen Kamera forsche, sieht sie sich nicht in der Lage, mir mit einem griechischen Telefonbuch wei­ter­zu­helfen.

 

Do. 25.8.05:

Wir legen heute einen Erholungstag ein. Nach der einen oder anderen Lektürestunde machen wir schließlich eine Ausfahrt in das rückwärtige Berggelände, auf engen Ser­pen­ti­nen knapp 10 km hoch bis zu dem Bergdorf Ági­os Ioánnis. Gesäumt wird die asphaltierte Straße von Pinien und Mittelmeerkiefern mit zarten hellgrünen Nadelbüschen (das Harz dieser Kiefern wird dem Ret­si­na zugesetzt). An der Bergseite liegen schon hunderte aufgesammelter Felsbrocken und zu beiden Seiten dicke Schläuche und Schlauch­bün­del, die zum Bewässerungssystem der (Oli­ven-)­Plan­ta­gen gehören: Das Was­ser, rhyth­misch an­ge­trie­ben durch Pump­sta­tio­nen, läßt sich offenbar an jeden einzelnen Baum in den Hai­nen heranführen. In Ági­os Ioánnis halten wir bei der Klosterkir­che und schauen uns ein we­nig im Dorf um, das aber trotz seiner vielen Häuser wie ausgestorben daliegt. Später erfahren wir, daß hier nur drei Dutzend Einwohner ge­mel­det sind, weil die meisten der früheren Bewohner we­gen der bes­se­ren Wasserversorgung zur Küstenstraße hinuntergezogen waren und erst seit kurzer Zeit wieder mit der In­stand­set­zung ih­rer Häu­ser begonnen haben.

   Am frü­hen Abend gehen wir noch einmal hinaus, um drunten im war­men Libyschen Meer zu schwimmen; bis Mitte November soll dies hier gut möglich sein. Der kilometerlange Kie­sel­strand ist kaum belegt, allerdings fällt hier auch der Mee­res­grund plötz­lich steil ab. Die All-inclusive-Hotels in der Nähe haben daher markierte Zonen für Nichtschwimmer.

   Die Küstenlandschaft al­ler­dings ist weithin arg ver­schan­delt durch Unmengen pla­stik­ver­klei­de­ter Ge­wächs­häu­ser, deren Planen zuletzt vom Wind abgerissen wer­den und in der Um­gebung ver­rot­ten. Ein aus­ge­flipp­ter Holländer soll diese für To­ma­ten, Au­ber­gi­nen, Gurkengewächse oder auch Ba­na­nen gebräuchliche Methode einst im­por­tiert ha­ben. Noch kras­ser ausgeprägt werden wir sol­che land­schaft­li­chen Ver­wü­stun­gen im näch­sten Jahr im „Mar del Plastico” von Andalusien wiederfinden.

 

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