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Uns ├╝berraschende Silhouetten in Helsinki



Agricola-Kirche Helsinki

Quelle für das Kirchenphoto: http://7c427fa958a190ba89d7-e151928c3d69a5a4a2d07a8bf3efa90a.r74.cf2.rackcdn.com/91139-1.jpg 

Do. 11.9.08:

Im Frühstückssaal wird noch einen minutenlangen Aus­schnitt aus der Fuß­ball­re­portage von gestern im Rundfunk übertragen. – Wir gehen hernach die langgezogene Fredrikinkatu hin­un­ter zur Südspitze Helsinkis. Sie wird von vie­len re­prä­sentativen Eta­gen­­häu­sern der Jahr­hun­dert­wen­de gesäumt, von denen man das eine oder andere Gebäude soeben re­stau­riert. Un­er­war­tet in dieser Häuserzeile bietet sich uns bald der Anblick einer Mond­si­chel dar – die ei­ner Mo­schee. Vor der Agricola-Kirche setzen wir uns an den Rand eines Kindergartenparks und se­hen dem munteren Trei­ben der spie­len­den Grüpp­chen zu. Da das Ge­län­de auch öf­fent­lich zu­gänglich ist, tragen die Kinder leuchtend mar­kierte Jacken, einige darunter in den fran­zö­si­schen Na­ti­o­nal­far­ben. Die Erzieher greifen nur das eine Mal ein, als ein mit Kleinkindern besetztes Ge­fährt am Fu­ße ei­nes Gras­hü­gels unter Schmer­zens­ge­schrei um­kippt. – Die 30 Meter hohe nadelförmige Turmspitze dieser in den 1930er Jah­ren er­bau­ten Backsteinkir­che läßt sich übri­gens absenken und wur­de so, um kei­nen Ori­en­tie­rungs­punkt für die rus­si­schen Bom­ber zu geben, wäh­rend des 2. Welt­kriegs einge­zo­gen. Der Bauernsohn Mikael Agri­co­la, des­sen Standbild wir gestern im Dom sahen, studierte in Wittenberg bei Luther und Melanchthon Theologie und übersetzte später nach dem Vor­bild von Lu­ther das Neue Testament und andere biblische Texte in seine Landessprache. Da die finnische Bevölkerung weithin noch nicht al­pha­be­ti­siert war, hatte Agricola zuvor noch eine sehr erfolgreiche finnische Lesefibel mit christlichen Texten verfaßt. Seine Geburtsdaten sind nicht ge­si­chert, des­halb wird jähr­lich sein Todestag, der 9. April, als „Mikael-Agricola-Tag” und zugleich als „Tag der Finnischen Sprache” gefeiert.


In dem villenreichen südlichsten Stadtteil EIRA sind mehrere äl­tere Privathäuser mit Ob­servatorien bestückt. Am dortigen kleinen Ha­fen und dann in dem großzügi­gen Parkgelände von Kaivo­puisto/Brunnsparken schieben einige junge Mütter ein­hän­dig – die an­de­re Hand mit dem Handy am Ohr – Kin­der­wa­gen vor sich her, die wir als „schon win­terfest” ein­schätzen. Von Zeit zu Zeit kommt hin­ter den Schä­ren und der Festung Su­o­men­lin­na eine der ho­hen Ost­see­fähren in den Blick. Die in den Rei­se­füh­rern gern gezeigte Tep­pich­wasch­an­la­ge entdecken wir hier un­ten nicht, sa­hen aber schon ge­stern un­weit der Eisbre­cherflotte eine solch öffentliche An­la­ge. Was Tep­pi­che den Fin­nen be­deu­ten, soll uns eigentlich erst in un­se­rem Fe­ri­en­haus in Puu­ma­la auf­gehen. Auf dem Rückweg kommen wir am Saum des Parks an ei­ni­gen Bot­schaf­ten vor­bei, die sich in hübschen Ju­gendstilvillen ein­quar­tie­ren konn­ten.

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