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OB-Sterkrade 1955-65
VI GERMANISTICA
 

                                                            Rückseite und Titelseite eines der Hefte

 

 

Nachtrag zu unserer Schülerzeitung ‚Der Krei­sel’

 

Eine Diskussion über die rigide Aussiebepolitik am Sterkrader Gymnasium kommt in unserer seit 1958 be­ste­hen­den Schülerzeitung erst 1962 durch die folgende re­dak­ti­o­nel­le Notiz in Gang:

An unserer Schule erreichten im letzten Jahre 14% der Schüler nicht die nächste Klasse. Damit lagen wir in Ober­hau­sen weit an der Spit­ze! Mit großem Abstand (8%) folgt das staatl. Gymnasium, während das Sophie-Scholl-Gym­na­si­um mit (4%) ganz hinten liegt.” (Der Kreisel’ No.1/1962, S. 34)

 

Im sel­ben Heft kommentiert derKreisel’-Redakteur Bernd Zilly die Nachricht, daß die neue Au­la nicht mehr als 340 Schüler aufnehmen kön­­­ne, mit dem Sarkasmus: „Wenn die Unterstufe zah­len­mä­ßig der Ober- und Mittelstufe angeglichen würde, so gäbe es hinsichtlich der Un­­­ter­­­brin­­gung al­ler Schü­ler und Leh­rer in der Aula wohl kaum Schwierigkeiten.” (a.a.O., S. 23)

    Im folgenden Heft erzählt ein An­ony­mus, wie der „lie­­be Gott” zwei­mal ei­nen wei­nen­den Sterkrader Jungen zu trösten vermag, beim dritten Mal aber nur noch mit­schluch­zen kann, als er er­fährt, daß der Klei­ne auf dem Sterk­ra­der Gym­na­si­um sei. In seinem Beitrag „eine ‚schwe­reschu­le?” weist unser Klas­sen­pri­mus Udo Buhren (in Heft 3/1962) auf das seit Jah­ren zu kon­sta­tie­ren­de Zu­sam­men­schmel­zen un­se­rer Ober­stu­fe und zugleich darauf hin, daß so man­cher der ab­ge­gan­ge­nen Schü­ler an an­de­ren Gym­na­si­en zu den Klas­sen­besten zähle. So wä­ren von den 27 Schülern unserer alten Un­ter­se­kun­da fünf nicht ver­setzt wor­den und fünf wei­te­re auf ein an­deres Gym­na­si­um überge­wech­selt, wo sie „jetzt alle ver­hält­nis­­mä­ßig gut” da­stän­den. Udo be­jaht sei­ne Fra­gestellung und merkt auch couragiert an, daß ihm unser Schul­lei­ter Dr. Ot­to Lo­renz die Nicht­ver­set­zungs­quo­te für 1962 nicht hät­te mit­teilen wollen, weil die Quo­ten­zah­len von 1961/62 zu „schar­fen An­grif­fen auf un­se­re Schule missbraucht wor­den sei­en”.

   Als Wim Wenders im ‚Kreisel’ 3/1963 argumentiert, daß die für den Bedarf an Lehrern und an­de­ren Akademikern ge­such­te ‚Be­gab­ten­re­ser­ve’ schon längst existierte, näm­lich unter den vie­len seit der Sex­ta von den Gym­na­si­en „ab­­ge­­sto­ßenen” Schü­lern, wird er in Heft 1/1964 von un­se­rem Schul­di­rek­tor Dr. Lorenz kühl be­lehrt: Die Durch­ge­fallenen wür­­den meist schon an den bei­den er­sten Fremd­spra­chen scheitern, seien also un­be­gabt oder ein­fach „Faul­pel­­ze” gewesen, Schü­ler je­den­falls, die sich „nicht an­spre­chen” lie­ßen und denen so­mit die „'rechte Ar­beits­ge­sin­nung' als not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für Selbst­tä­tig­keit und Selb­ständigkeit in der Ober­stu­fe” fehle.


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