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VI GERMANISTICA



Unser letzter Lateinlehrer Franz Pieczyk alias „TRAPPER Geierschnabel” 1962
(Karikatur von Wim Wendersin unserer „Bierzeitung” zur Mittleren Reife)


Und dann gelingt es doch noch einmal einem unserer Studienräte, Terror in der Klasse zu ver­brei­ten. Es ist un­ser Lateinlehrer „FRANZ” ali­as „TRAP­PER”, letz­te­res nach Karl Mays ‚Trapper Gei­er­schna­bel’, um der Phy­sio­gno­mie wie auch der lauernden Haltung dieses Mannes ge­recht zu wer­den. Er wird zwi­schen 40 und 50 sein, schleicht sich während des Unterrichts manchmal an ei­nen Ver­däch­tig­ten her­an und erl­aubt sich auf Ko­sten der schwäch­sten Schü­ler seine Späß­chen, in­dem er sie mit ei­nem Re­per­toire witzig sein sollender Sprü­che über­zieht oder jem­an­den wie Her­bert U., sei­nen Nach­na­men ver­dre­hend, wie­der­holt als „Un­ver­stand” verhöhnt.

Verzeichnet werden von ihm, der mit Schlüsselbund und Krei­de nach uns geworfen hat, noch einige seiner mitunter unflätigen Sprüch­lein wie:

                                                       Ins, twi, dri, pinn him upp, hundertmal schrei­ben hilft si­cher­lich.” „Du nix können, Du pinnen!”

                                                       „Tu was, sonst kleb­ste ohne Uhu”. „Ihr Ho­sen­pfei­fer, oh war­tet!” „Verdimmi noch ‘en mal!

                                                       Den Arsch soll man Euch versoh­len!” „Scheiß hast ge­schrie­ben, 6 hast geschrieben!”

                                                       „Scheiß­kerl, werd’ Dich eintragen!” „Du sein be­kloppt und 4 mal 7!”

Der anonyme Verfasser dieser Verse schließt mit dem verdeckten Hinweis:

                                                       „Er ist der einzge Mann, wie lang wird es noch währen,

                                                       der sich den lieben, langen Tag von Pfefferminz tut nähren.

                                                       Doch nun hebt alle euer Glas ... und lan­ge mög’ er leben noch!”


Wenn „Trapper” in meine Nähe kommt, streift mich wirklich manch­­mal seine Al­ko­hol­fahne. <Griff er, sich des­sen bewußt, dar­um so gern zu seinen Di­stanz­waf­fen Kreide und Schlüs­sel­bund?> Mich behandelt er zwar co­ram pu­b­lico nie so gemein, bleibt je­doch ein hin­ter­li­sti­ger Feind. Und als ich ihn einmal dar­auf hin­wei­se, daß er mir in einer Klassenarbeit, die ich wohl nur um ein Haar ver­fehl­te, et­was als Feh­ler an­krei­de­te, das er mei­ne mit „gut” oder „sehr gut” be­no­te­ten Bank­nach­barn Nor­bert durch­ge­hen ließ, ent­schei­det er nicht et­wa zu mei­nen Gunsten, son­dern streicht dies unverzüglich auch Norbert als Fehler an, 


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