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Kates Porträt des noch mit Daumen gezeichneten schlafenden Ehemanns Munro (37:26)



Schwarze Kakteenfinger für Kates Pullovermuster (1:13:41)


Wahnsinnigen an seine Brust – „Martin saw that the thing Amos carried had a hand, and that it was Martha’s hand ... The Comanches did things like Brust –Martin saw that the thing Amos carried had a hand, and that it was Martha’s hand ... The Comanches did things like that”.4) Ford hat dies offenbar in ein filmadäquates Symbol gebracht, indem er für den Arm die Hand als Pars pro toto nahm, die Falkenklaue des Häuptlings als Doppelsymbol für die Tat und für den Täter als Ra­che­ziel Ethans.

   Auch der Strickpullover von Munros Ehefrau Kate, die sich noch in der Tradition amerikanischer Pioniere verwurzelt sieht, ist mit schwarzen Kaktusfingern gemustert. Der rechte Daumen des schlafenden Munro erscheint wie amputiert, als er mit Kates Zeichnung auf der Brust und den Fingern „auf seinem Schwanz” zu sehen ist (wie Kate den Anblick kommentiert). Schon bei Ford ist die Klaue ja auch sexuell konnotiert, als die einer Schändung (scar: <fig> der (Schand-)Fleck”). – Angesichts all dieser Zeichen und der Aggressivität des peitschenden Atlantiks darf man sich nachgerade an den drohenden Angriff der Komantschen erinnert fühlen und Mun­ros Durchschreiten der zertrümmerten Scheibe als ein weiteres Todeszeichen nehmen, das sich jenseits des Atlantiks dann erfüllen soll.


Beim Warten auf Gordon fällt die Crew rasch auseinander. Kamerabewegung und Schnittrhythmus des ersten Abends erwecken zwar den Eindruck, als stünden die verschiedenen Zimmerbewohner und ihre Aktivitäten noch miteinander in Verbindung, doch sind die Versuche, die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken, allzu bemüht:

   Den Anfang macht die Kamera für Marks Zimmer, indem sie der Quelle von Joe Elys Song ,Standin’ at the Big Hotel’ bis ins Badezimmer zu dem in der Wanne Da­lie­gen­den folgt. Der Umschnitt zeigt Anna, wie sie sich vor einem vom Seewind bewegten Prospektvorhang ihres Survivors-Anzugs entledigt, derweil jener Hotel-Song (mit der Anspielung I lost my mind in the wilds of Hollywood) aus Marks Badezimmer herüberdröhnt. Anna tritt mit LeMays Buch zu einer angelehnten Flü­gel­tür und verliest, während sie halbnah bei der Lektüre zu sehen ist, im Off die Stelle mit dem so ungewöhnlich klaren „Abendlicht”, das der nach bedrohlichen Anzeichen Ausschau haltende Aaron vor dem Überfall des Falken registriert. Als sie nach diesen Worten den Kopf hebt und hinausblickt, erfolgt ein kor­res­pon­die­ren­der Schnitt zu dem im Abendlicht daliegenden Strand mit seiner Felsenklippe im Hintergrund; langsam schwenkt die Kamera nach unten und zeigt nah ein Aquarell mit ebendiesem Strand- und Felsmotiv, an dem soeben Kate auf der Veranda arbeitet. Inzwischen war schon im Zimmer hinter ihr das Klappern der Schreibmaschine ihrer älteren Tochter Jane zu vernehmen, zu der hin und wieder zurück geschnitten wird, als Kate ihr den korrekten Gebrauch der Maschine erklärt. Nach dem nächsten Schnitt sieht man Kates Ehemann Munro vor einer Staffelei stehen und, von draußen durchs Fenster gezeigt, auf die See hinausblicken, wobei sich in den Fenstern der ein wenig geöffneten Flügeltüren wiederum jenes Motiv mit Strand und Klippe gleich zweifach spiegelt. Julia kommt ins Bild und macht ein Po­la­ro­idfo­to von ihm, der sie daraufhin für ein Bad auszukleiden beginnt. Nach diesen und anderen Familienszenen wird zu Joan geschnitten, die für ihr Violinspiel bald das Metronom zuschaltet und sodann wieder zurück zu der nun schreibenden Anna, die sich durch das Spiel nebenan offenbar erneut gestört fühlt, hochblickt und vor weiteren Notizen zu ,The Searchers’ den Spiegel ihr gegenüber verhängt. Mit dem Anblick des blubbernd im Badewasser versinkenden Mark wird diese er­ste kreis­läu­fi­ge Sequenz von Innenaufnahmen abgeschlossen.

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