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Fußweg vom Partal-Palast der Alhambra zur Sommerresidenz GENERALIFE. Daneben: Der „Hof des Wasserkanals” („Patio de la Acequia”) mit Blick auf den Hauptpalast; links davor der Arkadengang mit Mirador im Mittelabschnitt



Der epigraphisch verzierte Dreifachbogen vor dem „Königlichen Saal” und dem Ismail-Aussichtsturm dahinter;
rechts Celosia-Fenster im Ismail-Turm


Quellen: Google Maps https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/Alha_Generalife1.jpg www.youtube.com/watch?v=097L3t6u1_U&list=PLM9bNeg6UoSMuJ_H5p6vQF5_l5rDpHQJD&index=6  www.trekearth.com/gallery/Europe/Spain/Andalucia/Granada/Granada-Alhambra/photo146485.htm  


Zuletzt fiel unser Blick wiederholt auf den jenseits der Alhambra-Schlucht liegenden Sommerpalast der Nasriden, den Generalife. Der Weg dorthin führt entlang der Festungsmauer an einer Rei­he von (Wehr-)Türmen vor­bei, bis wir den Be­zirk der Alhambra bei dem mächtigen „Wasserturm” über eine Brücke verlassen. Der Turm versorgte einst die Alhambra mit dem Wasser des Río Dar­ro, das über 60 km weit aus dem Gebirge zu ei­nem Re­ser­voir im Generalife hin­ab­ge­lei­tet und von dort in einem geschützten Aquädukt zu diesem ungefähr 50 Meter tiefergelegenen Turm her­an­ge­führt wur­de.

   Den „Palacio de Generalife” hatten die Nasriden-Emire Mitte des 13. Jh. wegen seiner relativ kühlen Höhenlage als ländliche Villa mit Ziergarten und mehreren Nutzgärten erbauen lassen; im Lauf der Zeit gewann sie im­mer mehr den Cha­rak­ter eines Sommerpalastes. Über die Be­deu­tung des Worts „Ge­ne­ra­li­fe” herrscht ein an­der­mal kei­ne Einigkeit, heute setzt man sie meist als „Jardín del alarife” („Garten des Baumeis­ters/des Ar­chi­tek­ten”) an.

   Gleich hinter dem 1954 erbauten Freilichttheater biegen wir in die Gärten des Generalife ein, die erst gegen Mitte des 20. Jh. angelegt wurden. Zwischen Buchsbaum-, Zypressen- und Myrtenhecken führen hier schmale par­al­lele Gän­ge mit et­li­chen Quer­verbindungen vorbei an Blumenbeeten mit Wasserläufen in der Mitte sowie an Teichen und Springbrunnen. Die Wege sind vorwiegend mit schwarz-wei­ßen (flo­ra­len) Kie­sel­stein­mu­stern ge­pfla­stert; die schwarzen Kie­sel sol­len aus dem Darro und die weißen aus seinem Mündungsfluß Genil stammen.

   Bald zeich­net sich im Hin­ter­grund der Gärten ein hoher Ge­bäu­dekomplex ab. Durch ei­ne Pforte treten wir dort in einen Vorhof ein (den ehemaligen „Absteigehof” für Reiter) und gleich danach in einen an­sehn­li­che­ren zwei­ten, an des­sen Aus­gang Stu­fen em­por zum Por­tal eines unterschiedlich ho­hen und zusammengestückelt wirkenden Bauwerks  füh­ren. Hat man dann aber den engen Trep­pen­gang erstiegen und tritt aus dem Halb­dun­kel die­ses Ge­mäu­ers her­aus, of­fen­bart sich um so berückender ein Hofgarten mit einem langgestreckten Wasserbecken: Es ist dies der zen­tra­le Pa­last­hof des Ge­ne­ra­li­fe, der Hof des Was­ser­ka­nals”.

   Wie schon in den Alcázar-Gärten von Córdoba erfreuen uns auch hier diese quicklebendigen Was­ser­spie­le, die mit ihren über das Becken einander zugebeugten Fon­tä­nen­bö­gen sich mit den Bo­gen­gän­gen der mau­ri­schen Paläste ver­schwi­stert zu haben scheinen. Sie wurden freilich erst im 19. Jh. installiert. Der Kanal selber, über den die Nasriden sowohl das Bewässerungssystem des Generalife als der Alhambra regulierten, gilt als das bedeutendste Bauwerk des Ge­ne­ra­life.


Wir nähern uns dem Hauptgebäude durch den langen Arkadengang, der erst nach der Wiedereroberung Granadas hinzugefügt wurde, in der Mitte jedoch einen nasridischen Aussichtspavillon („Mirador”) integriert hat. Wie im Mirador de Lin­da­ra­jader Alhambra ließ man sich einst neben den niedrigen Fensterbänken nieder; hier, im Generalife, blickte man zur Alhambra und zur Stadt hinüber.

   In das nördliche Hauptgebäude führt ein Portikus mit einem fünfbogigen Säulengang und nachfolgendem Dreifachbogen in den Königlichen Saal” („Sala Regia”). Er enthielt auch einige Schlafräume und besitzt im oberen Drittel des Mau­er­werks noch einen Großteil seiner stuckverzierten Wandflächen (Yeserias). An der Stirnseite öffnet er sich zu der Torre de Ismaíl” hin, einem imposanten bewohnbaren Aussichtspavillon, den Ismail I. nach seinem Sieg über Ka­sti­li­en in der Ve­ga vor Granada (1319) anbauen ließ. In der Alfiz-Rahmung jenes Dreifachbogens feiern Verse des Hofpoeten und Wesirs Ibn al-Yayaab diesen Sieg – „Wehrburg ohnegleichen in Vollkommenheit und Schönheit …/… im Jahr des ju­beln­den Tri­umphs des Islam” (vollständiger Text in: ,Die Alhambra und der Generalife‘, Granada o. J., S. 169f.).


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